Nel ASA Aktie: Auftragsbestand um 24 Prozent gefallen

Nel ASA verzeichnet sinkende Aufträge und Umsatzrückgang, während eine neue Elektrolyseur-Plattform die Kosten senken soll.

Nel ASA Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatzrückgang um fünf Prozent
  • Auftragsbestand sinkt um 24 Prozent
  • Neue Plattform für grünen Wasserstoff
  • Starke Liquidität als Zeitpolster

Nel ASA kommt nach dem starken Lauf wieder unter Druck. Der Kurs hängt um 0,33 Euro, obwohl die Jahresbilanz weiter deutlich positiv bleibt. Der Konflikt ist klar: Die Kasse ist gut gefüllt, das operative Geschäft liefert aber noch keine Wende.

Schwache Aufträge bremsen die Erholung

Im ersten Quartal erzielte Nel Erlöse aus Kundenverträgen von 148 Millionen NOK. Ein Jahr zuvor waren es 155 Millionen NOK, damit sank der Umsatz um 5 Prozent.

Der Markt reagiert empfindlich, weil Nel den Übergang von Technologieversprechen zu profitablen Großaufträgen weiter schaffen muss. Genau dort bleibt der Druck hoch.

Beim Ergebnis sieht das Bild etwas besser aus, bleibt aber klar rot. Das EBITDA lag bei minus 100 Millionen NOK, nach minus 115 Millionen NOK im Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Verlust von 144 Millionen NOK.

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Noch schwerer wiegt der Auftragseingang. Im Quartal kamen neue Bestellungen über 85 Millionen NOK herein. Der Auftragsbestand lag zum Periodenende bei 1,113 Milliarden NOK und damit 24 Prozent unter dem Vorjahr.

Das Polster bleibt der Gegenpunkt. Nel verfügte Ende des Quartals über rund 1,443 Milliarden NOK an Barmitteln. Damit hat der Konzern Zeit, seine neue Plattform in den Markt zu bringen.

Neue Plattform soll Kosten drücken

Am 6. Mai stellte Nel sein neues druckalkalisches Elektrolyseur-System offiziell vor. Die Plattform entstand über acht Jahre und soll Großprojekte für grünen Wasserstoff vereinfachen.

Der technische Hebel liegt bei den Kosten. Für eine Anlage mit 25 MW peilt Nel schlüsselfertige Gesamtkosten von unter 1.450 US-Dollar je kW an. Das adressiert eines der größten Hindernisse im Wasserstoffmarkt: hohe Anfangsinvestitionen.

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Die Industrialisierung am Standort Herøya stützt ein Zuschuss aus dem EU Innovation Fund. Er kann bis zu 135 Millionen Euro betragen und deckt bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Aktie bleibt anfällig

Die Aktie notiert bei 0,33 Euro, heute leicht schwächer mit 0,75 Prozent Minus; seit Jahresanfang bleibt dennoch ein Plus von 71,62 Prozent. Vom Hoch bei 0,36 Euro hat sich der Kurs entfernt, liegt aber weiter klar über dem Tief bei 0,18 Euro.

Kurzfristig ist das eine heikle Mischung. Der Kurs spiegelt Hoffnung auf die neue Technologie, während die Auftragslage noch nicht mitzieht. Kein Wunder, dass Rücksetzer nach dem starken Lauf schneller kommen.

Am 15. Juli legt Nel den Bericht zum zweiten Quartal vor. Dann zählt vor allem, ob die neue Plattform erste größere Aufträge anzieht. Ohne sichtbaren Bestellimpuls bleibt die starke Kasse nur ein Zeitpolster.

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