Bei Nel ASA klaffen langfristige Hoffnung und kurzfristige Realität massiv auseinander. Die Aktie verliert am Freitag erneut spürbar an Wert. Der Kurs rutscht auf 0,24 Euro ab. Damit summiert sich das Minus des vergangenen Monats auf über 15 Prozent.
Operative Schwäche bremst
Die Gründe für die Talfahrt liegen in den operativen Zahlen. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz leicht auf 148 Millionen Norwegische Kronen. Das operative Ergebnis verbesserte sich zwar auf minus 100 Millionen Kronen.
Nel sammelte allerdings lediglich neue Aufträge im Wert von 85 Millionen Kronen ein. Das entspricht einem Rückgang von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der Auftragsbestand schrumpfte um fast ein Viertel. Die Folge: Anleger zweifeln an der kurzfristigen Nachfrage nach Elektrolyseuren.
Neue Plattform als Hoffnungsträger
Der Konzern steuert mit einer neuen Technologie gegen. Anfang Mai präsentierte Nel ein neues Druck-Alkali-Elektrolyseursystem. Diese Plattform soll Wasserstoffprojekte vereinfachen und die Kosten massiv senken. Das Management verspricht Einsparungen bei den Investitionsausgaben von bis zu 60 Prozent.
Für die Industrialisierung erhält das Unternehmen kräftige Unterstützung. Ein EU-Innovationsfonds schießt bis zu 135 Millionen Euro zu. Damit deckt Brüssel einen Großteil der förderfähigen Kosten ab. Nel plant nun den Ausbau der Produktionskapazität am Standort Herøya auf jährlich ein Gigawatt.
Warten auf den nächsten Impuls
Trotz der aktuellen Schwäche notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch gut 24 Prozent im Plus. Der Kurs hält sich weiterhin über der wichtigen 200-Tage-Linie. Allerdings signalisiert der RSI-Wert von rund 38 einen zunehmenden Verkaufsdruck.
Am 15. Juli 2026 präsentiert Nel den Halbjahresbericht. Bis dahin gilt eine strikte Ruheperiode ohne Investorengespräche. Der Markt fordert dann handfeste Beweise. Die neue Technologie muss sich in steigenden Auftragseingängen niederschlagen, um den Abwärtstrend der Aktie zu stoppen.
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