Nel ASA präsentiert ein Zahlenwerk voller Widersprüche: Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller verzeichnete 2025 einen massiven Umsatzrückgang und milliardenschwere Abschreibungen – gleichzeitig katapultierte sich der Auftragseingang im vierten Quartal auf das Vierfache des Vorjahres. Die entscheidende Frage: Kann Nel die gefüllten Auftragsbücher in nachhaltiges Wachstum ummünzen?
Starke Nachfrage trifft auf schwache Ertragslage
Das vierte Quartal 2025 offenbart die Zerrissenheit der Branche. Der Umsatz sank um 20 Prozent auf 330 Millionen Norwegische Kronen. Der Nettoverlust belief sich auf 870 Millionen Kronen – hauptsächlich getrieben durch Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen Kronen.
Doch die Auftragslage könnte kaum besser sein. Der Ordereingang schoss um 364 Prozent auf 686 Millionen Kronen in die Höhe. Der Auftragsbestand kletterte auf 1.319 Millionen Kronen – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.
Im Gesamtjahr brach der Umsatz um 31 Prozent auf 963 Millionen Kronen ein, verglichen mit 1.390 Millionen im Vorjahr. Viele Kunden zögerten Projekte hinaus oder drosselten ihre Ausgaben. Der Nettoverlust weitete sich auf 1.265 Millionen Kronen aus, nach 244 Millionen 2024. Das EBITDA rutschte auf minus 275 Millionen Kronen, von plus 173 Millionen im Vorjahr.
Strategischer Umbau kostet
Die hohen Verluste resultieren maßgeblich aus nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen. 361 Millionen Kronen entfielen auf Produktionsanlagen für atmosphärische alkalische Elektrolyse, weitere 439 Millionen auf Goodwill und immaterielle Technologiewerte. Diese Abschreibungen markieren den strategischen Schwenk weg von der ersten Generation alkalischer Technologie hin zur nächsten Plattform-Generation.
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Im Segment Alkalische Elektrolyseure sank der Quartalsumsatz um 33 Prozent auf 177 Millionen Kronen. Das Segment-EBITDA verbesserte sich dennoch auf 36 Millionen Kronen, nach 19 Millionen im Vorjahr. Abgeschlossene Projektlieferungen und realisierte Schadenersatzansprüche stützten das Ergebnis.
Das PEM-Elektrolyseur-Segment hielt den Umsatz bei 153 Millionen Kronen stabil. Allerdings vertiefte sich der EBITDA-Verlust auf minus 35 Millionen Kronen, von minus 22 Millionen. Ursache war eine nahezu Verdopplung der Forschungsausgaben auf 60 Millionen Kronen. Dieses Segment hält mit 878 Millionen Kronen den größten Teil des Auftragsbestands.
Herøya-Werk als Zukunftswette
Am 12. Dezember 2025 beschloss der Verwaltungsrat die Industrialisierung der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform am Standort Herøya. Die Technologie hat nach Unternehmensangaben die Tests im Prototyp-Vollmaßstab abgeschlossen.
Das Projekt erhält Fördermittel von bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds – rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die erste 1-Gigawatt-Phase veranschlagt Nel Investitionen von etwa 300 Millionen Kronen vor Förderung, verteilt auf 2026 und 2027. Der Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, größere Auslieferungen sollen 2027 beginnen.
Langfristig strebt Nel eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 4 Gigawatt am Standort Herøya an.
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Cashpolster verschafft Spielraum
Nel beendete das Quartal mit einer Liquidität von rund 1,6 Milliarden Kronen. Diese Mittel sollen die Kostenstruktur optimieren, Forschung vorantreiben und die Fertigung effizienter machen.
Der Auftragseingang von 686 Millionen Kronen im vierten Quartal markiert das zweitbeste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte. Nel wurde als bevorzugter globaler Wasserstoffpartner von Samsung E&A ausgewählt. Weitere Orders kamen von HYDS und Collins Aerospace.
Die volatile Umsatzentwicklung spiegelt die unregelmäßigen Lieferpläne großer Elektrolyseur-Projekte wider, die vom Entwicklungsstand der Kundenanlagen weltweit abhängen.
Branche kämpft mit strukturellen Hürden
Europäische Regulierungsbehörden wiesen im Dezember 2025 darauf hin, dass hohe Produktionskosten und schleppender Infrastrukturausbau das Wachstum der Wasserstoffbranche bremsen. Nels neue alkalische Plattform zielt genau auf diese Herausforderungen ab – mit niedrigeren Systemkosten und verbesserter Energieeffizienz.
Der norwegische Technologieanbieter hat seit 1927 über 7.000 Elektrolyseur-Stacks weltweit ausgeliefert. Trotz wachsender Projektpipeline werden finale Investitionsentscheidungen weiterhin verschoben.
Die Quartalszahlen für Q1 2026 werden am 22. April veröffentlicht. Die Hauptversammlung findet am 10. April 2026 statt.
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