Nel ASA Aktie: Einfach abwarten

Der norwegische Wasserstoffpionier Nel verzeichnete 2025 einen massiven Bilanzverlust durch Abschreibungen, während die Auftragseingänge im letzten Quartal um 364 Prozent stiegen.

Nel ASA Aktie
Kurz & knapp:
  • Starker Nettoverlust durch strategische Abschreibungen
  • Auftragseingänge im vierten Quartal vervierfacht
  • Solide Liquidität trotz roter Zahlen
  • Fokus auf Industrialisierung neuer Elektrolyseur-Generation

Mit den Geschäftszahlen für 2025 liefert Nel ASA ein Bild der extremen Gegensätze. Während der norwegische Wasserstoff-Spezialist den höchsten Quartalsverlust seiner Geschichte verbuchen musste, stiegen die Auftragseingänge fast zeitgleich auf ein beinahe historisches Hoch. Doch wie passt dieser massive buchhalterische Verlust mit dem plötzlichen Vertriebserfolg zusammen?

Rote Zahlen durch strategischen Umbau

Der Blick auf den Umsatz zeigt zunächst eine deutliche Delle. Im Gesamtjahr 2025 sanken die Erlöse von Nel ASA um 31 Prozent auf 963 Millionen Norwegische Kronen (NOK). Das Management begründet diese Schwankungen mit unregelmäßigen Lieferplänen bei großen Elektrolyseur-Projekten, die stark vom globalen Baufortschritt der jeweiligen Kunden abhängen.

Besonders ins Gewicht fällt jedoch der drastische Nettoverlust von 870 Millionen NOK allein im vierten Quartal. Verantwortlich für dieses tiefe Minus sind primär nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Das Unternehmen bereinigt damit gezielt seine Bilanz, verabschiedet sich von veralteten Technologien und schreibt Firmenwerte innerhalb der PEM-Sparte ab. Im Gesamtjahr summierte sich der Fehlbetrag dadurch auf 1,26 Milliarden NOK.

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Auftragsbücher füllen sich rasant

Im starken Kontrast zu den Ertragszahlen steht die aktuelle Auftragspipeline. Im vierten Quartal sicherte sich Nel Neuaufträge im Wert von 686 Millionen NOK. Dies entspricht einem Zuwachs von 364 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert das zweitbeste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte. Der gesamte Auftragsbestand kletterte dadurch auf 1,32 Milliarden NOK.

Treiber dieser Entwicklung war unter anderem der bislang größte Auftrag für die PEM-Sparte: Das Unternehmen HYDS orderte Anlagen für über 50 Millionen US-Dollar. Gestützt wird der Vertriebszuwachs zudem durch eine strategische Allianz mit Samsung Engineering & Construction. Die Südkoreaner stiegen im Frühjahr 2025 zum größten Einzelaktionär auf und erleichtern Nel den Zugang zu globalen Großprojekten.

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Technologie-Fokus und solide Kasse

Ein zentraler Baustein für das künftige Wachstum ist der Standort Herøya. Der Vorstand hat die Industrialisierung der nächsten Generation von Druck-Alkali-Elektrolyseuren beschlossen. Finanziellen Rückenwind erhält das Projekt durch EU-Fördermittel von bis zu 135 Millionen Euro, die rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken sollen. Der Marktstart dieser Technologie ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.

Trotz der hohen bilanziellem Verluste durch die Abschreibungen steht Nel finanziell stabil da. Das Unternehmen beendete das Jahr mit liquiden Mitteln in Höhe von rund 1,6 Milliarden NOK.

Die entscheidende operative Aufgabe für das Management wird nun sein, die prall gefüllten Auftragsbücher zügig in zählbare Umsätze umzuwandeln. Erste konkrete Daten, wie schnell diese Transformation gelingt, wird das Unternehmen mit dem Bericht zum ersten Quartal am 22. April 2026 vorlegen.

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Über Dieter Jaworski 1770 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

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