Håkon Volldal verlässt Nel ASA. Der Chef des Wasserstoff-Spezialisten sucht nach neuen beruflichen Herausforderungen in einer anderen Branche. Für den Konzern kommt dieser Schritt zur Unzeit. Die Aktie steht ohnehin massiv unter Druck.

Suche nach einem Nachfolger

Volldal kam im Juli 2022 zu Nel. Er prägte die Strategie und erneuerte das Produktportfolio. Nun läuft die Suche nach einem neuen Vorstandschef. Volldal bleibt während seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist im Amt. Das soll einen reibungslosen Übergang sichern.

Aufsichtsratschef Arvid Moss beruhigt die Anleger. Die strategische Ausrichtung und die obersten Prioritäten des Unternehmens bleiben unverändert. Auch das kürzlich eingeführte alkalische Drucksystem gilt als wichtiger Baustein dieser Strategie.

Einigung im Rechtsstreit

Operativ versucht Nel ASA derweil, Altlasten abzuräumen. Anfang Juni einigte sich das Unternehmen mit der Iwatani Corporation of America. Damit endet ein Streit um Lieferverträge für Betankungsanlagen. Diese Einigung beseitigt juristische Unsicherheiten.

Parallel dazu treibt Nel die Technologie voran. Eine neue kommerzielle Plattform soll Wasserstoffprojekte vereinfachen und Kosten senken. Die Entwicklung dauerte acht Jahre. Das Ziel: die industrielle Massenproduktion erleichtern.

Aktie im Abwärtssog

An der Börse überwiegt aktuell die Skepsis. Am Freitag schloss das Papier bei 0,22 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor der Titel rund 20 Prozent an Wert.

Damit rutschte der Kurs deutlich unter die 50-Tage-Linie von 0,27 Euro. Immerhin steht seit Jahresbeginn noch ein Plus von knapp 17 Prozent auf der Anzeigetafel. Die extrem hohe Volatilität unterstreicht die Nervosität der Investoren.

Die kommenden Monate erfordern Stabilität. Der scheidende CEO muss das Tagesgeschäft bis zur Übergabe verwalten. Ende Juni liefert das Global Energy Forum neue Impulse für den Wasserstoffmarkt. Nel ASA muss nun beweisen, dass die technologischen Fortschritte auch ohne den bisherigen Architekten greifen.