Nel ASA schweigt. Zwei Wochen vor dem Quartalsbericht am 22. April hat der norwegische Wasserstoffkonzern eine strikte Kommunikationssperre verhängt. Was das Management in dieser Zeit nicht sagen darf, müssen die Zahlen dann umso lauter sprechen.
Zwei offene Rechnungen
Der Q1-Bericht trägt eine doppelte Last. Erstens muss er zeigen, ob der Auftragsschub aus dem Schlussquartal 2025 endlich in Umsatz umschlägt. Damals schnellten die Bestellungen um 364 Prozent auf 686 Millionen NOK hoch — getrieben von einem Großauftrag im PEM-Bereich. Der Jahresumsatz 2025 schrumpfte trotzdem um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK. Aufträge und Erlöse liefen also in entgegengesetzte Richtungen.
Zweitens wartet die Frage nach den stillgelegten Produktionslinien am Standort Herøya. Nel prüft die Buchwerte zweier 500-MW-Linien für ältere Elektrolyseur-Technologie. Bereits 2025 schrieb das Unternehmen 799 Millionen NOK auf veraltete Anlagen und Firmenwerte ab. Weitere Korrekturen sind möglich.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nel ASA?
Technologiewechsel mit EU-Rückenwind
Hinter den Abschreibungen steckt Strategie. Nel verabschiedet sich von der alten Alkaline-Technologie und setzt auf eine neue Plattform: den Next Generation Pressurized Alkaline Electrolyzer. Der soll den Platzbedarf um 80 Prozent senken und die Investitionskosten um 40 bis 60 Prozent drücken. Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, Serienlieferungen ab 2027.
Das Fundament dafür steht. Die EU fördert das Projekt mit bis zu 135 Millionen Euro aus dem Innovation Fund. Nel selbst kalkuliert für eine Anfangskapazität von bis zu 1 GW mit rund 300 Millionen NOK Eigenmitteln. Die Liquidität liegt bei etwa 1,6 Milliarden NOK — vorerst ausreichend, aber kein Ersatz für laufende Einnahmen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nel ASA?
Neue Vergütung, alter Druck
Auf der Hauptversammlung am 10. April stimmten die Aktionäre einer neuen Vergütungsstruktur zu. CEO Håkon Volldal und das Management erhalten künftig keine klassischen Aktienoptionen mehr. Stattdessen greifen rund 15 Millionen Performance Share Units, die direkt an konkrete Ziele geknüpft sind. Das Modell setzt Führungskräfte unter messbaren Lieferdruck.
Die Aktie notiert bei 0,19 Euro und damit knapp 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der Auftragsbestand stieg zum Jahresende 2025 auf 1,319 Milliarden NOK — ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das klingt solide. Ob dieser Rückstand in Umsatz verwandelt wird, entscheidet sich am 22. April. Der nächste Datenpunkt folgt am 15. Juli mit dem Halbjahresbericht.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 14. April liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


