Marktlage und industrielle Ausrichtung

Nel ASA richtet die industrielle Fertigung seiner PEM-Elektrolyseure neu aus, doch an den Börsen bleibt die Zurückhaltung der Investoren spürbar. Während das norwegische Wasserstoffunternehmen mit Partnern seine Präsenz auf dem europäischen Markt festigen will, spiegelt das Kursniveau die Skepsis des Marktes wider.

Am gestrigen Donnerstag ging die Aktie bei einem Schlusskurs von 0,1900 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro.

PEM-Technologie bestimmt den Auftragseingang

Operativ gewinnt die PEM-Sparte bei Nel ASA zunehmend an Gewicht. Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 belegen diese Entwicklung deutlich: Nel ASA verbuchte in diesem Quartal einen Auftragseingang von 230 Millionen NOK. Davon stammten 96 Prozent aus dem Bereich der PEM-Elektrolyseure.

Parallel dazu kletterte der Auftragsbestand für PEM-Systeme im Vergleich zum Vorquartal um 147 Millionen NOK. Mit insgesamt 990 Millionen NOK bildet diese Technologie den wesentlichen Schwerpunkt des Auftragsbestands. Das traditionelle Geschäft mit alkalischen Elektrolyseuren trat bei den Neubestellungen des Quartals damit weitgehend in den Hintergrund.

Geteilte Fertigungskette mit Hydrasun

Vor rund zwei Wochen schloss das Unternehmen eine Rahmenvereinbarung mit Hydrasun, seither verzeichnete die Aktie ein Minus von 3,4 Prozent. Die Partnerschaft soll die Montage- und Integrationskapazitäten für PEM-Elektrolyseure in Europa ausbauen. Als operativer Standort für diese Aufgaben dient Aberdeen in Schottland.

Die Vereinbarung bezieht sich konkret auf die PEM-Elektrolyseurlösungen der MC-Serie. Dabei setzt Nel ASA auf ein zweigeteiltes Produktionsmodell: Während die Systemintegration und die Endmontage für europäische Abnehmer bei Hydrasun angesiedelt werden, verbleibt die Fertigung der Elektrolyseur-Stacks im Werk in Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut.

Operative Hebel für künftige Lieferungen

Medienberichten zufolge könnte die Partnerschaft mit Hydrasun wesentliche Auswirkungen auf künftige Aufträge, die Produktionskosten und die Lieferzeiten in Europa haben. Das Ziel besteht darin, die Fertigungskapazitäten flexibler an die Nachfrage anzupassen, ohne am US-Standort zusätzliche Montagekapazitäten aufbauen zu müssen.

Durch die Verlagerung von Integrationsschritten nach Schottland versucht das Unternehmen, die Projektabwicklung zu beschleunigen. Ob die veränderte industrielle Aufstellung ausreicht, um die Ertragskraft nachhaltig zu stärken, entscheidet sich an der künftigen Abarbeitung des bestehenden Auftragsbestands.