Nel ASA hat eine Kommunikationssperre verhängt. Bis zum 22. April, wenn die Erstquartalszahlen 2026 veröffentlicht werden, schweigt das Management. Das Timing ist brisant — denn die Zahlen müssen gleich mehrere offene Fragen beantworten.
Auftragsboom ohne Umsatz
Der Kernwiderspruch ist bekannt, aber ungelöst. Im vierten Quartal 2025 schnellte der Auftragseingang um 364 Prozent auf 686 Millionen NOK hoch — getrieben von einem Großauftrag im PEM-Bereich. Zeitgleich brach der Umsatz aus Kundenverträgen um 20 Prozent ein. Für das Gesamtjahr 2025 schrumpfte der Umsatz um 31 Prozent. Der Nettoverlust belief sich auf 1,27 Milliarden NOK.
Der Q1-Bericht muss nun zeigen, wie viel vom Auftragsschub endlich in echten Erlösen ankommt.
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Herøya-Abschreibung als Belastungsprobe
Parallel dazu bewertet Nel den Buchwert zweier stillgelegter 500-Megawatt-Produktionslinien am Standort Herøya. Eine weitere Abschreibung würde die Bilanz zusätzlich belasten — nach einem bereits schmerzhaften Wertberichtigungsbedarf von 799 Millionen NOK im Vorjahr.
Die stillgelegten Linien sind das direkte Ergebnis von Nels Technologiewechsel. Das Unternehmen plant, sein neues „Next Generation Pressurized Alkaline“-Elektrolyseur-System in der ersten Jahreshälfte 2026 kommerziell zu lancieren. Es soll bis zu 60 Prozent günstiger herzustellen sein als aktuelle Modelle. EU-Fördermittel von bis zu 135 Millionen Euro stützen die Entwicklung. Großlieferungen sind für 2027 geplant.
Für die Anfangsinvestitionen in die ersten Gigawatt Produktionskapazität rechnet Nel mit rund 300 Millionen NOK vor Subventionen. Die Liquiditätsreserve liegt bei etwa 1,6 Milliarden NOK — genug, um die Markteinführung zu finanzieren.
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Neues Vergütungsmodell unter Beobachtung
Der Q1-Bericht ist zugleich der erste Praxistest unter dem neuen Vergütungssystem. Auf der Hauptversammlung am 10. April stimmten die Aktionäre einem Performance-Share-Unit-Programm zu. Das alte Aktienoptionsprogramm — ohne Leistungsanforderungen — läuft aus. CEO Håkon Volldal erhält 1.159.173 PSUs mit dreijähriger Laufzeit und hat freiwillig alle 1,5 Millionen Optionen abgegeben. Er hält aktuell keine Aktien, aber 3.477.519 PSUs.
Die Botschaft dahinter: Führungsvergütung soll künftig an echte Leistung gekoppelt sein.
Berenberg und Citi bewerten die Aktie jeweils mit „Hold“ und Kurszielen von 2,30 bzw. 2,40 NOK. Beide Häuser verweisen auf die schwer kalkulierbare Auftragskonversion und offene Fragen zur Marktreife der neuen Plattform. Die Nel-Aktie notiert in Frankfurt aktuell bei 0,21 Euro — rund 14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,25 Euro. Am 22. April folgen die Zahlen, am 15. Juli der Halbjahresbericht.
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