Nel ASA hat den Kommunikationskanal gekappt. In den zwei Wochen vor den Quartalszahlen am 22. April gilt für das Management eine strikte Schweigepflicht gegenüber Investoren. Das erhöht den Druck auf das anstehende Zahlenwerk massiv. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist muss beweisen, dass die jüngste Auftragsflut endlich in greifbare Umsätze mündet.
Die Diskrepanz in den Büchern ist unübersehbar. Während der Auftragseingang im vierten Quartal 2025 um 364 Prozent auf 686 Millionen Norwegische Kronen (NOK) nach oben schoss, schrumpfte der Jahresumsatz um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK. Der Auftragsbestand wuchs zwar auf beachtliche 1,3 Milliarden NOK an. Parallel dazu explodierte der Jahresfehlbetrag auf 1,27 Milliarden NOK. An der Börse spiegelt sich diese Unsicherheit wider. Die Aktie notiert aktuell bei 0,21 Euro und konnte sich damit in den vergangenen sieben Tagen um gut 11 Prozent von ihrem 52-Wochen-Tief bei 0,18 Euro absetzen. Eine nachhaltige Trendwende erfordert jedoch fundamentale Belege.
Rote Zahlen und skeptische Analysten
Ein massiver Kostentreiber im vergangenen Jahr waren Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK auf veraltete Produktionsanlagen und Firmenwerte. Weitere Belastungen stehen im Raum. Das Unternehmen prüft derzeit den Buchwert von zwei stillgelegten 500-Megawatt-Produktionslinien im Werk Herøya. Marktbeobachter werten dies als klares Risiko für die ohnehin angespannte Bilanz.
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Die anhaltende Lücke zwischen Bestellungen und Erlösen zwingt Analysten zur Vorsicht. Berenberg und Citigroup beließen ihre Einstufungen zuletzt auf „Halten“, senkten aber die Kursziele auf 2,30 beziehungsweise 2,40 NOK. Beide Häuser verweisen auf die unberechenbare Umsatzrealisierung und offene Fragen zur Marktreife der neuen Technologie.
Die Hoffnung ruht auf der neuen Plattform
Strategisch setzt das Management auf einen harten Schnitt im Produktportfolio. Im ersten Halbjahr 2026 soll das „Next Generation Pressurized Alkaline“-System kommerziell starten. Die neue Anlage soll deutlich kompakter und in der Herstellung bis zu 60 Prozent günstiger sein. Rund 300 Millionen NOK fließen in dieses Upgrade, wovon EU-Fördermittel bis zu 135 Millionen Euro abdecken.
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Rückendeckung erhält Nel bei diesem Umbau aus Südkorea. Der Anlagenbauer Samsung E&A, der im März 2025 gut neun Prozent der Anteile übernahm, hat seinen Einfluss im Aufsichtsrat durch die Mandatsverlängerung von Gyuyeon Kang gefestigt. Diese Partnerschaft bildet einen wichtigen strategischen Anker für die künftige Skalierung.
Am 22. April müssen die Norweger nun liefern. Der Quartalsbericht wird konkret aufzeigen, ob die Herøya-Abschreibungen das Eigenkapital weiter aushöhlen und wie viel vom Rekord-Auftragsbestand tatsächlich als Umsatz verbucht wird. Fällt der Nachweis dieser operativen Wende aus, fehlt der Aktie der Katalysator, um sich dauerhaft von ihrem 50-Tage-Durchschnitt bei 0,19 Euro nach oben abzusetzen.
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