Starke Kurse, schwache Zahlen. Bei Nel ASA klaffen Börsenstimmung und operative Realität derzeit weit auseinander. Die Aktie kletterte heute um über neun Prozent auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 0,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf beachtliche 57 Prozent.
Ein Blick auf die jüngsten Quartalszahlen dämpft die Euphorie. Der Umsatz sank im ersten Quartal um fünf Prozent auf 148 Millionen norwegische Kronen. Der Nettoverlust verringerte sich leicht auf 144 Millionen Kronen.
Alarmierend ist die Entwicklung bei den Neuaufträgen. Der Auftragseingang brach um 73 Prozent ein. Er erreichte lediglich 85 Millionen Kronen. Folglich schrumpfte der Auftragsbestand auf 1,11 Milliarden Kronen.
Profi-Investoren bleiben trotz der Kursrallye skeptisch. Die Investmentbank Berenberg beließ ihre Einstufung auf „Neutral“. Sie senkte das Kursziel wegen Bewertungsrisiken auf 2,30 Kronen. Citigroup folgte mit einer Reduzierung auf 2,40 Kronen.
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Das Management reagiert auf die schwachen Einnahmen. Nel hat die Belegschaft um rund ein Viertel reduziert. Die Barreserven von 1,4 Milliarden Kronen sichern den Betrieb laut Vorstand bis Ende 2026.
Risiko am Standort Herøya
Unter der Oberfläche schlummert ein weiteres finanzielles Risiko. Der Konzern prüft aktuell den Buchwert von zwei stillgelegten Produktionslinien in Herøya. Diese Anlagen für atmosphärische Alkali-Elektrolyseure stehen derzeit still. Das Management muss über Reaktivierung, Schließung oder Verkauf entscheiden.
Eine Abschreibung ist durchaus möglich. Das würde die ohnehin angespannte Bilanz weiter belasten. Bereits im Geschäftsjahr 2025 verbuchte Nel Wertberichtigungen in Höhe von 799 Millionen Kronen.
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Lichtblick in der PEM-Sparte
Immerhin: ein Lichtblick in der PEM-Sparte. Nel sicherte sich hier kürzlich zwei Verträge. Beide haben einen Wert von jeweils rund sieben Millionen US-Dollar.
Der erste Auftrag stammt von einer europäischen Tochtergesellschaft der Synqo Energies. Die Anlagen versorgen künftig Wasserstofftankstellen und Industriekunden. Den zweiten Vertrag vergab ein amerikanischer Energieversorger. Die Elektrolyseure sollen überschüssigen Strom aus Wasserkraft nutzen. Der Betrieb startet voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027.
Wichtige Termine im Blick
Am 6. Mai präsentiert Nel seine neue Plattform für Druck-Alkali-Elektrolyseure. Dieses Event ist ein harter Test für das Unternehmen. CEO Håkon Volldal muss beweisen, dass die neue Technologie echte Aufträge generiert.
Erste Kundengespräche laufen bereits. Der Markt fordert nun zählbare Verträge. Am 15. Juli veröffentlicht Nel die Ergebnisse für das zweite Quartal. Spätestens dann müssen frische Aufträge die hohe Bewertung der Aktie rechtfertigen.
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