Acht Jahre Entwicklung gipfeln in einer neuen Technologie. Nel ASA bringt seine nächste Generation von Druck-Alkali-Elektrolyseuren auf den Markt. Die Börse reagiert am Mittwoch dennoch mit einem Kurssturz. Die Aktie fällt um fast zehn Prozent auf 0,28 Euro. Ein massiver Einbruch bei den Auftragseingängen überschattet den technologischen Meilenstein.
Neue Technik trifft auf leere Auftragsbücher
Das norwegische Unternehmen verspricht mit der neuen Plattform geringere Kosten und höhere Effizienz. Das modulare System arbeitet mit 15 Bar Druck. Das spart nachgelagerte Kompression. Nel will damit eine neue Benchmark setzen. Bisherige Großprojekte der Industrie kosten oft mehr als 3.000 US-Dollar pro Kilowatt.
Parallel dazu offenbaren die Zahlen für das erste Quartal 2026 eine harte Realität. Der Auftragseingang kollabierte im Jahresvergleich um 73 Prozent auf lediglich 85 Millionen Norwegische Kronen. Der Auftragsbestand schrumpfte spürbar.
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Der Umsatz aus Kundenverträgen fiel leicht auf 148 Millionen Kronen. Das operative Ergebnis verbesserte sich minimal. Es blieb mit minus 100 Millionen Kronen aber tief im roten Bereich. Der Nettoverlust verringerte sich auf 144 Millionen Kronen.
EU-Millionen und ein teures Erbe
Die Produktion der neuen Plattform am Standort Herøya soll auf bis zu vier Gigawatt pro Jahr wachsen. Die Europäische Union stützt diesen Ausbau massiv. Ein Zuschuss aus dem EU-Innovationsfonds deckt bis zu 60 Prozent der Industrialisierungskosten ab. Das entspricht maximal 135 Millionen Euro. Eine erste Millionentranche erwartet Nel im laufenden Quartal.
Die Umstellung birgt finanzielle Risiken. Das Management prüft aktuell den Buchwert von zwei stillstehenden Produktionslinien für ältere Alkali-Systeme. Eine Abschreibung würde die Bilanz weiter belasten. Immerhin verfügt Nel über Barreserven von 1,4 Milliarden Kronen. Das reicht laut Vorstand bis Ende 2026.
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Neue Zielgruppen und kleine Lichtblicke
Um die Nachfrage anzukurbeln, passt Nel seine Verkaufsargumente an. Das Unternehmen zielt verstärkt auf den Verteidigungssektor und die Energiesicherheit ab. Dezentrale und flexible Wasserstoffproduktion rückt in den Fokus. CEO Håkon Volldal verhandelt nach eigenen Angaben bereits über Projekte in Europa und Nordamerika.
Lichtblicke liefert derweil die Sparte für PEM-Elektrolyseure. Kurz nach Quartalsende sicherte sich der Bereich zwei Verträge im Wert von jeweils rund sieben Millionen US-Dollar. Einer davon stammt von einem öffentlichen Versorger aus dem US-Bundesstaat Washington. Bis spätestens 2029 plant Nel auch hier eine neue Plattform. Diese soll die Kosten um 70 Prozent senken.
Der jüngste Kursrutsch beendet eine rasante Rallye. Innerhalb eines Monats hatte die Nel-Aktie zuvor rund 50 Prozent zugelegt. Am 15. Juli legt das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor. Dann muss das Management erste handfeste Aufträge für die neue Technologie präsentieren.
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