Nel ASA: Vorsitzender kauft, Analysten senken Ziele

Nel-Aufsichtsrat kauft Aktien, während Analysten die Kursziele senken. Der Wasserstoffspezialist kämpft mit Umsatzrückgang und strukturellen Risiken.

Nel ASA Aktie
Kurz & knapp:
  • Aufsichtsratschef kauft 100.000 Aktien
  • Analysten senken Kursziele auf 2,30 NOK
  • Umsatzrückgang um fünf Prozent im Quartal
  • Nächster Halbjahresbericht am 15. Juli

Aufsichtsratschef kauft Aktien, Analysten senken ihre Kursziele — bei Nel ASA zeigen Insider und Profis gerade in entgegengesetzte Richtungen. Dieser Widerspruch prägt die Stimmung rund um den norwegischen Elektrolyseur-Hersteller.

Vorstandsvorsitzender setzt eigenes Geld ein

Nach den Q1-Zahlen fiel die Nel-Aktie zunächst auf 2,20 NOK. Daraufhin kaufte Aufsichtsratschef Arvid Moss 100.000 Aktien zu durchschnittlich 2,2547 NOK — sein erster öffentlich bekannter Kauf. Der Markt reagierte prompt: Am Folgetag stieg der Kurs um 7,66 Prozent auf 2,53 NOK.

Das Signal kam zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nel verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 148 Millionen NOK. Der Auftragseingang brach auf 85 Millionen NOK ein — nach 315 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand schrumpfte um 24 Prozent auf 1,11 Milliarden NOK.

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Analysten bleiben vorsichtig

Trotz einer Jahresperformance von über 43 Prozent zeigen sich Analysten wenig begeistert. Berenberg hält an seiner neutralen Einstufung fest, senkte das Kursziel aber von 2,60 auf 2,30 NOK. Citigroup folgte und kürzte das Ziel von 2,70 auf 2,40 NOK. Beide Häuser verweisen auf Bewertungsrisiken und die schwer planbare Umwandlung von Aufträgen in Umsatz.

Obendrein zweifeln beide Banken an der Marktreife der neuen Technologieplattform. Kein Wunder, dass die „Hold“-Ratings trotz Kursrally bestehen bleiben.

Operative Fortschritte, strukturelle Risiken

Unter der Oberfläche zeigt Nel durchaus Fortschritte. Der Nettoverlust sank von 179 auf 144 Millionen NOK. Das EBITDA verbesserte sich um 15 Millionen NOK auf minus 100 Millionen NOK — noch immer tief im Minus, aber die Richtung stimmt. Nel hat rund ein Viertel seiner Belegschaft abgebaut. Die Personalkosten sanken dadurch um 21 Prozent. Die Kassenreserven lagen zum Quartalsende bei rund 1,4 Milliarden NOK — nach eigenen Angaben ausreichend bis Ende 2026.

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Parallel dazu erhielt die PEM-Sparte zwei Aufträge im Wert von je rund sieben Millionen US-Dollar. Einer kommt von Mesure Process, einem Tochterunternehmen von Synqo Energies, für ein europäisches Wasserstoffprojekt. Der zweite stammt vom Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington. Die Elektrolyseure sollen überschüssigen Strom aus einem Wasserkraftwerk nutzen und in der ersten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen.

Ein strukturelles Risiko bleibt offen: Nel prüft den Buchwert zweier stillgelegter 500-Megawatt-Produktionslinien im Werk Herøya. Ob die Linien reaktiviert, geschlossen oder verkauft werden, steht noch nicht fest. Eine Abschreibung ist möglich — zusätzlich zu den bereits gebuchten 799 Millionen NOK aus dem Geschäftsjahr 2025.

Nächster Test im Juli

Am 15. Juli legt Nel den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob die neue Plattform tatsächlich Aufträge anzieht — oder ob der Kursanstieg der vergangenen Wochen der Realität vorausgeeilt ist.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.