Starke Umsätze, schwache Kurse. Bei Nestlé klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit auseinander. Das Management liefert solides Wachstum. Die Aktie rutscht dennoch ab.

Am Dienstag schloss das Papier bei 84,80 Euro. Damit testet der Kurs exakt seinen 100-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht tritt die Aktie nahezu auf der Stelle. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt deutlich.

Operatives Geschäft wächst

Ende April präsentierte CEO Philipp Navratil die Zahlen für das erste Jahresviertel. Der Konzern steigerte den organischen Umsatz um 3,5 Prozent. Die Sparten Kaffee sowie Food & Snacks trieben das Geschäft an. Nestlé erreichte das Plus durch höhere Preise und leicht gestiegene Verkaufsmengen.

Externe Faktoren belasten allerdings die Stimmung. Geopolitische Unsicherheiten und schwankende Rohstoffkosten drücken auf die Margen. Ein schwaches Konsumklima in Europa und den USA bremst die Dynamik zusätzlich. Ein Rückruf bei Säuglingsnahrung im April wirkte sich ebenfalls negativ aus. Die Folge: Verkaufsdruck an der Börse.

Dividende stützt den Kurs

Ein Anker für Privatanleger bleibt die Ausschüttungspolitik. Auf der Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die 30. Dividendenerhöhung in Folge. Für das vergangene Jahr zahlt Nestlé 3,10 Schweizer Franken je Aktie. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 4,39 Franken je Anteilsschein.

Der Vorstand hält an seiner Jahresprognose fest. Das organische Wachstum soll die angestrebte Zielspanne erreichen. Den freien Cashflow taxiert das Management auf über neun Milliarden Franken. Neue Geschäftszahlen folgen im Juli. Bis dahin bestimmen Rohstoffpreise und die globale Zinsentwicklung den Kurs.