Der Schweizer Nahrungsmittelriese hat am Freitag einen Rückruf von Babymilchpulver in Frankreich bekannt gegeben. Betroffen ist das Produkt Guigoz Optipro Relais 1 für Säuglinge bis sechs Monate. Grund: In einer Produktionslinie wurden geringe Mengen des Bakterientoxins Cereulid nachgewiesen.

Die Aktie zeigt sich davon unbeeindruckt. An der Schweizer Börse SIX notiert der Titel zeitweise 0,36 Prozent im Plus bei 78,20 Franken. Offenbar bewerten Investoren den vorsorglich gestarteten Rückruf als Routinemaßnahme ohne größere finanzielle Auswirkungen.

Proaktive Sicherheitsmaßnahme

Das Toxin Cereulid entsteht durch das Bakterium Bacillus cereus und kann bei Säuglingen zu Durchfall und Erbrechen führen. Nestlé betont auf der französischen Website, dass die betroffenen Chargen nicht ausgeliefert wurden. Der Rückruf erfolge vorsorglich für alle Produkte derselben Produktionslinie und -periode.

Bisher wurde kein einziger Krankheitsfall gemeldet. Die Rückrufaktion läuft bereits seit zwei Tagen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden. Andere Guigoz-Produkte sind nicht betroffen.

Europäischer Vertrieb bleibt unklar

Das betroffene Produkt wird nach Konzernangaben in mehreren europäischen Ländern verkauft. Ob auch die Schweiz dazugehört, ließ Nestlé auf Nachfrage der Schweizer Nachrichtenagentur AWP offen. Der Konzern entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten bei Eltern, Betreuern und Händlern – die Sicherheit der Babys habe „oberste Priorität“.

Bacillus cereus kommt häufig in Rohstoffen und Milchprodukten vor. Die meisten Stämme sind nach Unternehmensangaben unbedenklich für die Lebensmittelsicherheit. Der schnelle und transparente Umgang mit dem Fund dürfte die Anleger beruhigt haben. Die Aktie bleibt stabil.