Wenige Wochen vor der Generalversammlung am 16. April in Lausanne gibt Nestlé gleich auf mehreren Feldern Gas. Neue Partnerschaften, Produkteinführungen und ein enger Terminkalender prägen das Bild beim Schweizer Lebensmittelkonzern.

ILO-Partnerschaft und medizinische Ernährung

Im Bereich Nachhaltigkeit weitet Nestlé seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt zielt darauf ab, Arbeitsrechte in den Kaffeelieferketten in Brasilien, Kolumbien und Mexiko zu stärken — faire Rekrutierung und verbesserte Arbeitspraktiken stehen im Mittelpunkt. Eingebettet ist die Initiative in den „Nescafé Plan 2030″: Bereits 2025 stammten rund 32 Prozent des verarbeiteten Kaffees aus regenerativer Landwirtschaft, womit das ursprüngliche Ziel für 2025 vorzeitig erreicht wurde.

Gleichzeitig drängt Nestlé Health Science mit einem neuen Produkt in europäische Märkte. „Compleat Paediatric Oral Blends“, spezialisierte Kinderernährung für medizinische Bedarfe, wird derzeit in Deutschland und der Schweiz eingeführt.

Personalentscheidungen und Governance-Reform

Auf der Generalversammlung stehen zwei Verwaltungsratskandidaturen zur Abstimmung: Ma. Fatima D. Francisco von Procter & Gamble sowie Thomas Jordan, der frühere Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Strukturell plant der Verwaltungsrat, den bisherigen Nachhaltigkeitsausschuss in einen Ausschuss für Wissenschaft, Technologie und Nachhaltigkeit umzuwandeln.

Quartalszahlen im Blick

Der Dividendenvorschlag sieht 3,10 CHF je Aktie vor — ein leichtes Plus gegenüber den 3,05 CHF des Vorjahres. Der Ex-Dividenden-Tag ist für den 20. April terminiert, sofern die Aktionäre zustimmen. Nur drei Tage später, am 23. April, veröffentlicht Nestlé die Q1-Umsatzzahlen. Analysten werden dabei vor allem das reale interne Wachstum unter die Lupe nehmen, um zu beurteilen, ob Preisanpassungen und Portfolioumbauten greifen. Das operative Margenziel von über 16,1 Prozent für das Gesamtjahr bleibt der entscheidende Gradmesser.