Nestle Aktie: Historischer Rückruf weitet sich aus

Ein technischer Defekt bei einem Zulieferer führte zu einem historischen Rückruf von Nestlé-Babynahrung. Der Konzern sieht die finanziellen Folgen als begrenzt an.

Nestle Aktie
Kurz & knapp:
  • Rückruf betrifft mehr als 800 Produkte weltweit
  • Verunreinigung durch technischen Reinigungsdefekt
  • Finanzielle Auswirkungen laut Konzern gering
  • Aktienkurs verlor deutlich an Wert

Der Schweizer Nahrungsmittelriese steht vor einer seiner größten Herausforderungen: Der Rückruf kontaminierter Babynahrung hat mittlerweile globale Ausmaße erreicht. Mindestens 37 Länder sind betroffen – von Europa über Asien bis nach Südamerika. Die Aktie verlor allein in dieser Woche rund 5,7 Prozent.

Auslöser ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid, einem Toxin, das Übelkeit und Erbrechen verursachen kann. Betroffen sind bekannte Marken wie BEBA, NAN, SMA und Alfamino. Das brasilianische Gesundheitsministerium bestätigte am Mittwoch, dass das Gift in Produkten aus den Niederlanden nachgewiesen wurde.

Über 800 Produkte aus zehn Fabriken

Das österreichische Gesundheitsministerium sprach am Dienstag von mehr als 800 betroffenen Produkten aus über zehn Produktionsstätten. Es handle sich um den größten Rückruf in der Unternehmensgeschichte von Nestle. Ein Konzernsprecher konnte diese Einschätzung allerdings nicht verifizieren.

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Die geografische Spanne ist beachtlich: Neben den meisten europäischen Staaten sind auch Australien, Brasilien, China, Mexiko, Südafrika, Namibia und Eswatini betroffen. Nestle Australia gab an, dass die zurückgerufenen Chargen in der Schweiz produziert wurden. Nestle China sprach von Importen aus Europa.

Technischer Defekt bei Zulieferer

Was war die Ursache? Nestle erklärte am Dienstag, ein technischer Reinigungsdefekt bei einem führenden Zulieferer habe im Dezember zu einer Verunreinigung eines Öl-Inhaltsstoffs geführt. Konkret handelt es sich um Arachidonsäure-Öl. Das Unternehmen testete daraufhin sämtliche verwendeten Öle und entsprechende Ölmischungen.

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Bislang sind keine Krankheitsfälle bestätigt worden. Nestle rief Eltern dennoch dazu auf, Produkte aus betroffenen Chargen nicht mehr zu verwenden. Mögliche Symptome träten zwischen 30 Minuten und sechs Stunden nach dem Verzehr auf – darunter starkes Erbrechen, Durchfall oder ungewöhnliche Lethargie.

Finanzielle Auswirkungen überschaubar?

Trotz des historischen Ausmaßes gibt sich der Konzern gelassen: Die Rückrufaktion mache deutlich weniger als 0,5 Prozent des Jahresumsatzes aus, teilte Nestle auf seiner Homepage mit. Wesentliche finanzielle Auswirkungen für die Gruppe seien daher nicht zu erwarten.

Doch der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig. Der neue CEO Philipp Navratil kämpft mit Managementumbrüchen und versucht gerade, das Wachstum durch eine Portfolioüberprüfung wiederzubeleben. Der Vertrauensverlust bei Eltern weltweit dürfte die Herausforderung nicht kleiner machen. Nestle aktiviert nun alternative Lieferanten für das Arachidonsäure-Öl und fährt die Produktion wieder hoch.

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