Der globale Lebensmittelkonzern hat ein neues Schwergewicht: Indien ist zum größten Markt für die Kernmarken Maggi und KitKat aufgestiegen. Während Nestle in vielen Regionen unter Inflationsdruck leidet, läuft das Geschäft auf dem Subkontinent auf Hochtouren.

Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nestle India einen Inlandsabsatz von rund 23.071 Crore Rupien (ca. 230,7 Milliarden INR). Das entspricht einem Plus von 15 Prozent zum Vorjahr. Entscheidend: Das Wachstum kam überwiegend durch höhere Mengen, nicht durch Preiserhöhungen zustande.

Zwei Milliarden für neue Kapazitäten

Rund 2.000 Crore Rupien hat Nestle in den vergangenen zwei Jahren in Kapazitätserweiterungen gesteckt. Die Strategie zielt auf sogenannte „Tier-2“- und „Tier-3“-Städte – mittelgroße urbane Zentren, in denen die Nachfrage trotz Nahrungsmittelinflation robust wächst.

Parallel treibt der Konzern die Portfolio-Optimierung voran. In Trinidad und Tobago verhandelte eine Nestle-Delegation im Juli über eine Neuausrichtung der lokalen Milch- und Saftproduktion. Ziel: die regionale Lieferkette stärken und die Abhängigkeit von volatilen Weltmarktpreisen reduzieren.

Sonderdividende aus Gewinnrücklagen

Die indische Tochter schüttet eine Sonderdividende von 2 Rupien je Aktie aus. Die Finanzierung stammt aus den Gewinnrücklagen, die sich auf über 51 Milliarden Rupien belaufen. Die Auszahlung ist für Juli 2026 vorgesehen.

Die Nestle-Aktie notierte am Freitag bei 91,66 Euro – ein Minus von 0,5 Prozent. Auf 30-Tage-Sicht steht ein Plus von 9,2 Prozent, seit Jahresbeginn ein Gewinn von 8,3 Prozent. Der RSI liegt bei 66,5 und nähert sich dem überkauften Bereich. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 93,41 Euro beträgt nur noch 1,9 Prozent.