Nestlé Aktie: Skandal weitet sich aus!

Der Lebensmittelkonzern Nestlé ruft in mindestens 50 Ländern Babynahrung zurück. Analysten warnen vor Reputationsschäden und Umsatzverlusten, während die Aktie bereits unter Druck gerät.

Nestle Aktie
Kurz & knapp:
  • Babynahrungs-Rückruf in über 50 Ländern
  • Mögliche Kontamination mit Giftstoff Cereulid
  • Analysten sehen hohe Reputationsrisiken
  • Aktienkurs verliert deutlich an Wert

Was zunächst wie ein überschaubares Problem aussah, entwickelt sich zum globalen Albtraum für Nestlé. Der Schweizer Lebensmittelriese muss mittlerweile in mindestens 50 Ländern Babynahrung zurückrufen – doppelt so viele wie noch vor wenigen Tagen. Der Grund: mögliche Kontamination mit dem giftigen Toxin Cereulid.

Die Dimension des Rückrufs ist beachtlich. In Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten sind Großmärkte wie Brasilien, Chile, China, Ägypten, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate betroffen. Auch Australien und Neuseeland wurden neu in die Liste aufgenommen. In Europa erfolgen Rückrufe bereits in mindestens 27 Märkten. Einzig die USA und Kanada bleiben bislang verschont.

Betroffen sind bekannte Marken wie Beba sowie Spezialprodukte wie Alfamino, SMA und NAN. Eltern wurden aufgefordert, Produkte aus bestimmten Chargen sofort zu entsorgen und im Handel zurückzugeben. Bisher sind zwar keine Krankheitsfälle bekannt geworden, doch die Unsicherheit wächst täglich.

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Nestlé spielt die Sache herunter – zu Unrecht?

Der Konzern selbst gibt sich gelassen. Auf einer eigens eingerichteten Webseite versichert Nestlé, die finanziellen Folgen hielten sich in Grenzen. Der Rückruf mache deutlich weniger als 0,5 Prozent des Jahresumsatzes aus. Eine beruhigende Botschaft für Investoren – auf den ersten Blick.

Die Rechnung könnte jedoch nicht aufgehen. Analysten der Investmentbank Jefferies warnen: Sollten sich die Bedenken der Konsumenten hinziehen, drohen hohe Umsatzverluste. Konkurrenten wie Danone könnten die Gunst der Stunde nutzen und Marktanteile erobern. Auch Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel sieht erhebliche Reputationsrisiken. Der Fall hinterlasse einen „bitteren Nachgeschmack“, insbesondere was die Kommunikation angehe.

Foodwatch spricht von Skandal

Die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch geht noch weiter und geht von rund 60 betroffenen Ländern und mehr als 800 Produkten aus über zehn Nestlé-Werken aus. Der Vorwurf: Nestlé und die zuständigen Behörden hätten teilweise wochenlang gezögert, bevor sie über die Probleme informierten.

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Viele Fragen bleiben offen. Wann trat die Kontamination erstmals auf? Welche Produktionswerke sind genau betroffen? Foodwatch fordert volle Transparenz – doch Nestlé schweigt. Auf Nachfragen verweist der Konzern lediglich auf die Angaben seiner Webseite.

Die Erwartungen an Navratil steigen

Besonders heikel: Die neue Unternehmensführung unter Chef Philipp Navratil steht unter Beobachtung. Die Erwartungen an eine klare, umfassende Kommunikation sind hoch. Sobald das volle Ausmaß des Rückrufs bekannt ist, muss Nestlé Vertrauen zurückgewinnen – und zwar schnell.

Die Aktie reagierte bereits. Am Mittwoch verlor der Titel 2,1 Prozent und notierte an der SIX zeitweise bei 74,51 Franken. Die Bären haben das Ruder übernommen. Ob Nestlé den Image-Schaden wieder gutmachen kann, bleibt abzuwarten.

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