Nestlé räumt ein weiteres Kapitel seines Portfolios auf. Nach 16 Jahren stellt der Konzern sein Teekapselsystem „Special.T“ ein — und zieht sich damit aus sieben europäischen Märkten zurück, darunter die Schweiz, Deutschland und Frankreich.
Rückzug in Etappen statt abruptem Ende
Ganz plötzlich verschwindet „Special.T“ nicht aus den Regalen. Die Kapseln werden verkauft, solange der Vorrat reicht — Nestlé rechnet mit einer Verfügbarkeit bis Ende Februar 2027. Neue Maschinen gibt es allerdings schon jetzt nicht mehr zu kaufen, der Kundendienst für Geräte mit laufender Garantie bleibt bis dahin bestehen.
Das System war 2010 als Ergänzung zum erfolgreichen Nespresso-Konzept gestartet: Eine Maschine erkannte die jeweilige Teesorte automatisch und passte Wassertemperatur sowie Brühzeit an. Der große Wurf blieb allerdings aus. Bereits 2021 hatte Nestlé das Geschäft zurückgefahren und den Verkauf komplett in den eigenen Onlinehandel verlagert — ein Sprecher sprach damals offen von mangelndem Erfolg im stationären Handel.
Als Begründung für das endgültige Aus nennt Nestlé veränderte Teegewohnheiten zu Hause sowie eine laufende Portfolio-Überprüfung. Der Konzern will seine Mittel künftig stärker auf Marken bündeln, die langfristiges Wachstum versprechen — ein Muster, das sich auch bei anderen jüngeren Portfolio-Entscheidungen des Unternehmens zeigt.
Personelle Weiche für 2027
Parallel zur Marken-Bereinigung stellt Nestlé auch in der Führungsebene die Weichen neu. Manuela Bernasconi übernimmt zum 1. Januar 2027 die Position der Group General Counsel und rückt damit in die Konzernleitung auf. Sie folgt auf Leanne Geale, die die Position sieben Jahre lang innehatte.
Bernasconi ist seit 2007 im Unternehmen und durchlief Stationen bei Nespresso sowie in den Zonen Lateinamerika und Amerika. CEO Philipp Navratil begründete die Wahl mit ihrer „tiefen juristischen Expertise“ und ihrem langjährigen Verständnis für den Konzern.
Für Anleger bleibt der Teekapsel-Rückzug ein Randthema im Vergleich zur strategischen Neuausrichtung, die Navratil seit seinem Amtsantritt vorantreibt: weniger Nebenprodukte, mehr Fokus auf die Kernmarken mit Wachstumspotenzial.
Nestle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nestle-Analyse vom 25. September liefert die Antwort:
Die neusten Nestle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nestle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nestle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

