Nestlé wächst. In Indien legte die Tochtergesellschaft im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 23 % zu, der Export sogar um 31 %. Trotzdem bleibt die Aktie unter Druck — und das hat einen klaren Grund.
Bewertung lässt wenig Spielraum
Das Analysehaus Motilal Oswal hält die Nestlé-Aktie in Indien auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 1.400 Rupien. Die Begründung ist eindeutig: Das Papier wird mit dem 68-Fachen des erwarteten Gewinns für 2027 gehandelt. Bei diesem KGV braucht es substanzielle neue Wachstumsimpulse, um den Kurs weiter zu treiben. Die liegen aktuell nicht auf dem Tisch.
An der SIX Swiss Exchange spiegelt sich das wider. Nestlé notiert auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 75,36 CHF. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 11 % verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 94,88 CHF beträgt mehr als 20 %.
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Danone setzt Kontrastpunkte
Der direkte Vergleich mit Danone zeigt, wie unterschiedlich der Sektor gerade läuft. Der französische Konkurrent meldete für das erste Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 2,7 % auf 6,7 Milliarden Euro — leicht über den Erwartungen. Die Jahresprognose für ein Wachstum von 3 % bis 5 % bestätigte Danone.
Für Nestlé-Investoren ist ein Segment besonders relevant: Säuglingsnahrung. Danone erwirtschaftet rund 17 % seines Gesamtgewinns in China mit diesem Produkt. Bei Nestlé liegt der Anteil unter 2 %. Das ist kein Vorteil in einem Markt, der für westliche Konsumgüterkonzerne gerade schwierig bleibt.
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Was am 23. Juli zählt
Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 4,36 CHF. Die vorgeschlagene Dividende liegt bei geschätzten 3,14 CHF — nach 3,10 CHF im Vorjahr.
Am 23. Juli legt Nestlé die Zahlen für das zweite Quartal vor. Entscheidend werden dann vor allem zwei Fragen sein: Wie entwickeln sich die Absatzvolumen in den Industrieländern? Und gelingt es dem Konzern, Preiserhöhungen bei verändertem Konsumverhalten durchzusetzen? Konkurrent Reckitt meldet im Indien-Geschäft ebenfalls zweistellige Zuwächse — der Druck, die eigene Wachstumsstory zu untermauern, wächst.
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