Der Streaming-Konzern baut sein regionales Angebot in Europa weiter aus. Am Donnerstag kündigte Netflix eine Partnerschaft mit dem spanischen Streamingdienst Filmin an. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit erhalten Abonnenten in Spanien künftig Zugriff auf eine monatlich wechselnde Auswahl von Spielfilmen und Dokumentationen des Anbieters.

Die Kooperation folgt auf jüngste Schritte zur Stärkung des europäischen Geschäfts. Im Vereinigten Königreich hatte das Unternehmen Ende September auf seiner ersten dortigen Werbeveranstaltung neue Serien angekündigt und den Termin für die Ausweitung seines Werbeangebots in der EMEA-Region bekannt gegeben.

Unter Berufung auf Daten von Barb bezifferte Netflix die Reichweite des werbefinanzierten Abonnements in Großbritannien damals auf über 14 Millionen Zuschauer.

Wachstumsdruck und neue Programminitiativen

Die gezielte Erweiterung des Katalogs fällt in eine Phase, in der das Management das Expansionstempo kritisch beleuchtet. Co-CEO Ted Sarandos räumte am Mittwoch ein, Netflix wachse derzeit nicht so schnell, wie er es sich wünsche. Die Sehdauer der Nutzer legte in der ersten Jahreshälfte 2026 um 2 Prozent zu. Als künftige Wachstumstreiber hob Sarandos Live-Übertragungen und Sportinhalte hervor.

Um neue Zielgruppen zu erschließen, setzt Netflix zudem auf globale Rechtepakete. Am Dienstag gab der Konzern bekannt, ab dem 1. Oktober 2026 die exklusive Übertragung der WWE-Formate in Japan zu übernehmen.

Zuvor war Netflix Mitte September gemeinsam mit Amazon und YouTube als Gründungsmitglied der Streaming Access and Choice Alliance beigetreten, einer von TechNet geführten Vereinigung, die sich unter anderem für Rahmenbedingungen bei Investitionen in Eigenproduktionen und Live-Sport einsetzt.

Blick auf die Quartalszahlen

An der Börse spiegelte sich die Verlangsamung des Sehdauer-Zuwachses zuletzt wider. Am Freitag ging die Aktie mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 59,56 Euro aus dem Handel; über einen Zeitraum von 30 Tagen summiert sich der Kursrückgang auf 17 Prozent.

Dennoch sehen einige Branchenexperten Potenzial in den neuen Initiativen. Am Donnerstag hob Analyst Michael Morris von Guggenheim das Kursziel für die Aktie von $75 auf $80 an und behielt die Einstufung auf Buy bei. Das Haus verwies auf Sorgen der Investoren bezüglich der Umsatzentwicklung und hob das Kerngeschäft sowie das Anzeigengeschäft als zentrale Themen für das dritte Quartal hervor.

Bereits am Dienstag hatte Analyst Bryan Kraft von Deutsche Bank das Papier von Hold auf Buy hochgestuft, das Kursziel dabei von $100 auf $95 angepasst. Aufschluss über die tatsächliche Geschäftsentwicklung erhalten Anleger am 20. Oktober 2026, wenn Netflix die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 sowie den Geschäftsausblick veröffentlicht.