Ein italienisches Gericht hat die Preiserhöhungen von Netflix zwischen 2017 und 2024 für unfair erklärt. Das könnte teuer werden: Premium-Nutzer warten auf 500 Euro Entschädigung, Standard-Kunden auf 250 Euro.
Den Fall angestoßen hat die Verbraucherorganisation Movimento Consumatori. Sie sammelte über 25.000 Beschwerden. Netflix hat Berufung angekündigt – der Rechtsstreit geht weiter.
Operative Stärke trotz Rechtsstreit
Die Geschäftszahlen zeigen ein anderes Bild. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 12,25 Milliarden Dollar. Das sind 16,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Das Werbegeschäft wächst rasant. Netflix rechnet für 2026 mit rund 1,5 Milliarden Dollar Zusatzeinnahmen. Die Zahl der Werbekunden stieg um 70 Prozent.
Auch der Streaming-Katalog wächst. Seit dem 1. Juni sind „Hawaii Five-O“ und „Lawmen: Bass Reeves“ verfügbar. Der Thriller „Legends“ führt seit drei Wochen die Charts an. Die südkoreanische Serie „If Wishes Could Kill“ dominiert die wöchentlichen Nicht-englisch-Rankings.
Analysten bleiben optimistisch
Die Netflix-Aktie notierte zuletzt bei 85,85 Dollar. Das sind rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Drei Viertel der Analysten bewerten den Titel positiv. Das durchschnittliche Kursziel von 114,56 Dollar verspricht deutliches Aufwärtspotenzial.
Institutionelle Anleger stockten ihre Anteile zuletzt auf. Sustainable Growth Advisers, Natixis Advisors und Mutual of America Capital Management erhöhten ihre Positionen. Insgesamt halten Institutionelle rund 81 Prozent aller Aktien.
Derweil zeigen Insiderverkäufe ein anderes Signal. Die Co-CEOs und der CFO haben seit Mai Aktien verkauft. Die Verkaufskurse begannen bei 87,97 Dollar.
Netflix steht zwischen starker Operative und rechtlichem Risiko. Die Berufung in Italien wird zeigen, ob die Entschädigungsforderungen Bestand haben. Der Analystenkonsens bleibt vorerst bullish – vorausgesetzt, der italienische Fall bleibt ohne größere Nachspiele.
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