Netflix streicht Stellen, und zwar in einem Moment, in dem das Unternehmen betont, stark dazustehen. Die Co-Chefs Greg Peters und Ted Sarandos haben die Belegschaft per Memo informiert: Rund sechs Prozent der Arbeitsplätze fallen weg, das sind etwa 1.000 Beschäftigte.

Wen es trifft

Betroffen sind vor allem die Bereiche Produkt, Technik, Recht und Personal. Das Kerngeschäft rund um Inhalte und Programm bleibt demnach weitgehend außen vor. Marktbeobachter dürften das als Versuch lesen, die Strukturen im Hintergrund zu verschlanken, während das Angebot für die Kunden unangetastet bleibt.

Im Memo heißt es, das Geschäft sei „stark und wachsend“. Der Konzern sehe sich auf Kurs, seine Jahresprognose zu erreichen. Die Chefs mahnten zugleich, man müsse „diszipliniert sein“.

Wachstum unter Beobachtung

Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Sarandos hatte vor wenigen Wochen eingeräumt, Netflix wachse nicht so schnell, wie er es sich wünsche. Der Marktführer im Videostreaming bleibt zwar die klare Nummer eins. Mit dem Zusammenschluss von Paramount und Warner entsteht aber ein Rivale mit deutlich mehr Gewicht.

Das Spannungsfeld liegt damit offen: Das Management beteuert intakte Geschäfte, spart aber gleichzeitig bei Personal. Ob das Unternehmen Kosten senkt, um Spielraum für Investitionen in Inhalte zu gewinnen, oder auf schwächere Dynamik reagiert, hat es nicht erklärt.

Das Marktumfeld macht die Lage nicht leichter. Am Mittwoch gaben S&P 500 und Nasdaq Composite jeweils mehr als ein Prozent nach, die schwächsten Handelstage seit über zwei Monaten. Auslöser waren Sorgen vor überzogenen KI-Ausgaben. Auch die Nasdaq-Futures deuteten am Donnerstagmorgen nach unten.

Der nächste Test

Am Dienstag legt Netflix Quartalszahlen vor. Dann muss sich zeigen, wie die Zahlen zur Aussage passen, die Jahresziele seien nicht in Gefahr. Besonders im Blick stehen dürften Umsatzwachstum und der Ausblick, an dem sich die Stellenstreichungen messen lassen müssen.