Netflix hat sich exklusiv die Dienste von Ryan Coogler gesichert, einem der erfolgreichsten Filmemacher Hollywoods. Der Deal mit seiner Produktionsfirma Proximity Media soll exklusive Serien für die Plattform liefern. Klingt nach einem strategischen Coup.
Doch die Aktie gibt weiter nach. Am Donnerstag schloss sie bei 67,71 Euro. In den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier rund 10,6 Prozent. Die Skepsis der Investoren ist größer als die Euphorie über neue Inhalte.
Koogler-Deal gegen das Abo-Ende
Die mehrjährige Partnerschaft mit Proximity Media ist ein klares Signal: Netflix will seine Abhängigkeit von lizenzierten Inhalten reduzieren. Cooglers Team steht hinter Erfolgen wie „Judas and the Black Messiah“ und „Ironheart“. Die konkreten Projekte stehen noch nicht fest, ebenso wenig die Budgets.
Das Ziel: eigene „Event-Stories“ für ein globales Publikum. Klingt gut, ist aber teuer. Und es zeigt, wie sehr Netflix weiter in Eigenproduktionen investieren muss, nachdem große Lizenzdeals mit anderen Studios ausgelaufen sind.
Analysten warnen vor zu hohen Erwartungen
Der Markt hat bereits viel eingepreist. Analyst Matthew Condon von Citizens gibt ein neutrales Votum ab. Sein Argument: Die Umsatzprognosen für 2027 gehen schon von weiteren Preiserhöhungen aus. Lasse die Werbekundensparte nicht schneller wachsen als gedacht, bleibe kaum Luft für Kursgewinne nach oben.
Parallel dazu sinkt die tägliche Nutzungsdauer pro Abonnent leicht. Die Basis wächst zwar noch. Aber die Intensität lässt nach. Kein Wunder, dass der Markt vorsichtig bleibt.
Werbegeschäft als Rettungsanker
Ein Bereich läuft: die Werbefinanzierung. Der werbefinanzierte Tarif kommt auf rund 250 Millionen monatlich aktive Nutzer. Netflix peilt für 2026 Werbeinnahmen von rund drei Milliarden Dollar an. Deutlich mehr als im Vorjahr.
Die entscheidende Frage ist, ob das reicht. Im Juli veröffentlicht Netflix seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob die operative Marge von 31,5 Prozent hält. Derzeit liegt der RSI bei 32,3 Punkten – die Aktie ist technisch überverkauft. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm liegt bereit. Das könnte den Kurs stützen, bis die neuen Zahlen Klarheit bringen.
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