Jahrelang drehte Netflix an der Preisschraube, um die Einnahmen zu steigern. Ein Gericht in Rom macht dieser Strategie nun einen Strich durch die Rechnung und erklärte vergangene Preiserhöhungen für rechtswidrig. Das Urteil könnte den Streaming-Giganten nicht nur in Italien Millionen kosten, sondern einen gefährlichen Präzedenzfall für ganz Europa schaffen.
Millionenschwere Rückzahlungen drohen
Die sechste Zivilkammer des Gerichts in Rom stufte die Preisanpassungen der Jahre 2017 bis Ende 2023 als missbräuchlich ein. Der Grund: Netflix habe die Kosten ohne triftige, im Vertrag verankerte Begründung angehoben. Für das Unternehmen steht einiges auf dem Spiel, denn Italien zählte zuletzt über fünf Millionen Abonnenten.
Verbraucherschützer rechnen vor, dass langjährigen Premium-Nutzern Rückerstattungen von bis zu 500 Euro zustehen könnten. Bei Standard-Abonnenten beläuft sich die Summe auf etwa 250 Euro. Zudem ordnete das Gericht an, die aktuellen Tarife sofort deutlich zu senken. Das Premium-Abo fällt demnach von 19,99 Euro auf 11,99 Euro zurück. Netflix hat nun 90 Tage Zeit, betroffene Kunden über ihr Recht auf Rückerstattung zu informieren, andernfalls drohen tägliche Strafzahlungen.
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Ein europaweites Problem?
Der Konzern wehrt sich gegen die Entscheidung und kündigte Berufung an. Das Management verteidigt die bisherige Preispolitik als transparent und gesetzeskonform. Preiserhöhungen, die nach April 2025 durchgeführt wurden, sind nach italienischem Recht ohnehin legal, was den finanziellen Schaden zumindest zeitlich eingrenzt.
Allerdings steht Italien mit diesem Vorgehen nicht allein da. Auch in Deutschland und Spanien gehen Verbraucherschützer gegen ähnliche Klauseln vor. Gerichte in Berlin und Köln urteilten bereits, dass pauschale Formeln für Preiserhöhungen unzulässig sind, da Nutzer die tatsächlichen Gründe für die Mehrkosten nicht nachvollziehen können. Basis dieser Entscheidungen ist eine europäische Richtlinie, die Abonnenten künftig besser vor automatischen Kostensteigerungen schützen soll.
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Fokus auf die kommenden Quartalszahlen
Diese juristischen Störfeuer kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. Am 16. April wird Netflix seine Ergebnisse für das erste Quartal präsentieren. Analysten erwarten eine operative Marge von 32,1 Prozent und werden genau darauf achten, ob mögliche Rückstellungen für europäische Rechtsstreitigkeiten die Profitabilität belasten.
Ein weiterer Fokus liegt auf den Werbeeinnahmen, die sich im laufenden Jahr auf voraussichtlich drei Milliarden Dollar verdoppeln und damit fast sechs Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen sollen. Dass Finanzchef Spencer Neumann am vergangenen Donnerstag ein Aktienpaket im Wert von rund 28.000 Stück abstieß, dürfte indes kaum für Unruhe sorgen. Der Verkauf basierte auf einem bereits im Oktober 2025 festgelegten Handelsplan, was die Bedeutung des genauen Zeitpunkts relativiert.
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