Donald Trump hat Netflix am Wochenende ein Ultimatum gestellt: Der US-Präsident forderte den Streaming-Giganten via Truth Social auf, Vorstandsmitglied Susan Rice „mit sofortiger Wirkung“ zu entlassen. Die Drohung mit Konsequenzen für die künftige Geschäftstätigkeit des Konzerns sorgt zum Wochenauftakt für zusätzlichen Druck auf die Aktie. Gleichzeitig zeigen neue Nutzungsdaten: Netflix verliert auf Mobilgeräten den Kampf um die Aufmerksamkeit gegen einen neuen Konkurrenten.
Politischer Druck trifft auf operative Herausforderungen
Trump bezeichnete Rice in seinem Beitrag als „rassistisch“ und „Trump-derangiert“ und attestierte ihr, „kein Talent oder Fähigkeiten“ zu besitzen. Sie sei „nichts weiter als eine politische Aktivistin“, deren Macht vorbei sei und „nie zurückkehren“ werde. Die Forderung nach ihrer sofortigen Entlassung verknüpfte der Präsident mit einer deutlichen Warnung an das Unternehmen.
Während Netflix mit diesem politischen Gegenwind kämpft, liefern aktuelle Marktdaten aus dem vierten Quartal 2025 eine weitere Hiobsbotschaft: In den USA verbringen Nutzer auf ihren Mobilgeräten mittlerweile mehr Zeit mit sogenannten Microdramas als mit Netflix. Die App ReelShort generiert laut Daten von Sensor Tower durchschnittlich 35,7 Minuten tägliche Nutzungszeit pro User – deutlich mehr als Netflix mit 24,8 Minuten, Amazon Prime Video mit 26,9 Minuten oder Disney+ mit 23,0 Minuten.
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Milliarden-Markt wächst rasant
Microdramas sind ein bis zwei Minuten lange, vertikal formatierte Videos, die primär auf mobile Nutzung ausgerichtet sind. Das Marktforschungsunternehmen Omdia schätzt den globalen Umsatz dieses Formats für 2025 auf 11 Milliarden Dollar – mit Wachstum auf 14 Milliarden Dollar bis Ende 2026. Außerhalb Chinas werden davon 3 Milliarden Dollar generiert, wobei die USA mit 1,5 Milliarden Dollar bereits die Hälfte dieses internationalen Marktes ausmachen.
„Microdramas sind nicht länger ein Nischen-Experiment. Sie werden zu einem Kerntreiber für mobiles Video-Engagement“, erklärt Maria Rua Aguete, Leiterin des Bereichs Medien und Entertainment bei Omdia. Entscheidend sei nicht nur das Umsatzwachstum, sondern die Intensität der Nutzung. Während Netflix weiterhin mit rund 12 Millionen monatlich aktiven mobilen Nutzern in den USA deutlich vor ReelShort mit 1,1 Millionen liegt, erzählt die tägliche Engagement-Zeit eine andere Geschichte.
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Strategische Lücke bei mobilem Engagement
Die Daten offenbaren eine strategische Schwachstelle: Global agierende Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ stehen unter zunehmendem Druck, die mobile Engagement-Lücke zu sozialen Plattformen wie YouTube und TikTok zu schließen, wo Nutzer täglich fast 80 Minuten verbringen.
Der Trend ist nicht auf die USA beschränkt. In Großbritannien generiert FlickReels höhere tägliche Nutzungszeiten als Amazon Prime Video, in Mexiko übertrifft DramaBox sowohl Amazon als auch Disney+. Traditionelle Medienkonzerne wie TelevisaUnivision mit ViX in Mexiko oder GloboPlay in Brasilien reagieren bereits und integrieren kurze serielle Inhalte in ihre Plattformen.
Für Netflix bedeutet diese Entwicklung: Vertikale Video-Strategien, einschließlich Microdramas, werden zunehmend zur logischen Notwendigkeit, um die mobile Nutzung zu steigern, ohne das Premium-Langformat zu kannibalisieren. Die Kombination aus politischem Druck und operativen Herausforderungen im schnell wachsenden Mobile-Segment dürfte die Aktie vorerst weiter belasten.
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