Der Start des neuen Tankrabatts bringt Autofahrern an deutschen Zapfsäulen eine spürbare Entlastung. Bereits in den ersten Stunden nach Inkrafttreten gaben die Kraftstoffpreise um einen Großteil der staatlichen Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter nach. Um 12.15 Uhr zahlten Autofahrer im Schnitt zwischen 14 und 15 Cent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vortags.
Der Nachlass zeigte sich unmittelbar. Bereits um Mitternacht sackten die bundesweiten Durchschnittspreise abrupt um elf bis zwölf Cent ab. Kurz vor dem typischen Preisanstieg zur Mittagszeit kostete der Liter Super E10 im Schnitt 2,052 Euro, während Diesel bei 2,197 Euro lag. An vielen Tankstellen bildeten sich daraufhin lange Schlangen.
Regionale Unterschiede und Mittagsspitzen
Bei der Umsetzung zeigen sich deutliche regionale Diskrepanzen. In Städten wie München, Stuttgart oder Leipzig fiel Super E10 am Vormittag an zahlreichen Stationen unter die Marke von zwei Euro je Liter. In Hamburg und Köln gab es solche Preise hingegen kaum.
Am Kraftstoffmarkt folgt der Tagesverlauf festen Mustern. In den Morgenstunden sind die Preise gewöhnlich am niedrigsten, bevor sie zur Mittagszeit oft um mehr als 20 Cent anziehen. Dieser Preissprung setzte auch am Donnerstag ein, wenngleich das Niveau weiterhin deutlich unter dem des Vortags blieb. Für Diesel zahlten Autofahrer ungeachtet des Rabatts fast durchgehend mehr als zwei Euro pro Liter.
Ökonomen kritisieren Milliardenkosten
Die Bundesregierung reagierte mit der Maßnahme auf ein Rekordniveau an den Zapfsäulen. Der September war mit einem Monatsdurchschnitt von 2,266 Euro für E10 und 2,386 Euro für Diesel der bislang teuerste Tankmonat. Entsprechend hoch fielen die Belastungen für Pendler und Logistikunternehmen aus.
Finanzwissenschaftler und Wettbewerbshüter sehen das staatliche Eingreifen dennoch kritisch:
- Bund und Länder wenden für den aktuellen Rabatt rund 2,5 Milliarden Euro an Steuergeldern auf.
- Die Monopolkommission bemängelt, dass Fahrer großer Fahrzeuge und Vielfahrer überproportional profitieren.
- Das Münchner Ifo-Institut plädiert statt pauschaler Rabatte für gezielte Hilfen an Haushalte mit geringem Einkommen.
Die Mineralölwirtschaft weist den Vorwurf einer unzureichenden Weitergabe zurück und verweist auf die zügige Anpassung der Preistafeln. Da keine rechtliche Verpflichtung zur Preissenkung besteht, analysieren Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts in den kommenden Tagen die genaue Weitergabe des Steuernachlasses an die Endkunden.


