Gerichtserfolg und klinische Unsicherheit gleichzeitig — bei Newron SpA bestimmt gerade dieser Widerspruch das Bild. Das italienische Biopharma-Unternehmen hat vor dem Bundespatentgericht einen wichtigen Sieg errungen, während sein wichtigster klinischer Kandidat mit Sicherheitsfragen kämpft.
Schutzrecht bis 2029 gesichert
Der 14. Senat des Bundespatentgerichts hat dem Wirkstoff Safinamid — vermarktet als Xadago zur Behandlung von Parkinson — ein ergänzendes Schutzzertifikat (SPC) zuerkannt. Das Gericht hob damit eine frühere Ablehnung des Deutschen Patent- und Markenamts auf. Die Exklusivität für Safinamide gilt nun bis April 2029 und schützt Newron gemeinsam mit Vertriebspartner Zambon vor Generika-Konkurrenz in einem der größten europäischen Märkte.
Rechtlich drehte sich der Fall um die Auslegung europäischer Rechtsprechung zum Schutz von Wirkstoffen, die sowohl als Monotherapie als auch in Kombination eingesetzt werden. Das Gericht befand, dass Safinamid den zweistufigen Test des Europäischen Gerichtshofs erfüllt. Ein Kontrast dazu: In Großbritannien hatte ein Berufungsgericht eine vergleichbare Schutzanmeldung zuvor abgelehnt.
Xadago als Einnahmepfeiler
Xadago ist derzeit Newrons einziges vermarktetes Produkt. Lizenzeinnahmen aus Partnerschaften mit Zambon, Supernus Pharmaceuticals und Meiji Seika bilden die laufende Umsatzbasis — und damit das finanzielle Fundament, während das Unternehmen sein klinisches Programm vorantreibt. Der Patentschutz bis 2029 sichert diesen Einkommensstrom für die kritische Phase der Spätentwicklung.
Evenamide unter Beobachtung
Parallel läuft das Schizophrenie-Programm mit dem Wirkstoffkandidaten Evenamide — und hier ist die Lage komplizierter. Nach einem Todesfall an einem nicht-amerikanischen Studienzentrum hat Newron die Aufnahme neuer Patienten in US-Standorten der Phase-III-Studie ENIGMA-TRS 2 vorübergehend ausgesetzt. Ein unabhängiges Sicherheitskomitee hat den Vorfall geprüft und empfohlen, beide Studien planmäßig fortzusetzen — kein erhöhtes Mortalitätsrisiko im Vergleich zu Placebo sei erkennbar.
Die internationale Parallelstudie ENIGMA-TRS 1, die 21 Länder umfasst, läuft weiter. Über 400 Patienten sind bereits eingeschlossen. Primäre Wirksamkeitsdaten aus dem 12-Wochen-Endpunkt werden für das vierte Quartal 2026 erwartet. In Japan hat Partner EA Pharma ebenfalls eine Phase-III-Studie mit Evenamide gestartet.
Newron hat Anfang 2026 eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die bis zu 38 Millionen Euro einbringt. Die Aktie notiert mit einem Jahresverlust von rund 46 Prozent deutlich unter dem Januarhoch, hat sich vom Sommer-Tief bei 7,11 Euro aber erholt. Den Halbjahresbericht will das Unternehmen im September 2026 veröffentlichen — dann dürfte auch klarer sein, wie sich der US-Studienstopp auf den Zeitplan auswirkt.
Stand heute, 22. Oktober: Newron SpA – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Newron SpA investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 22. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

