Starke Nachfrage auf der Laufbahn, tiefe Risse in der Bilanz — bei Nike klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung weit auseinander. Während die Kernsparte für Performance-Schuhe kräftig wächst, zieht der schwächelnde Absatz in Asien den Gesamtkonzern nach unten. An der Börse spiegelt sich diese Zerrissenheit in einem massiven Kursverfall wider.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 28 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei knapp über 39 Euro. Damit bewegt sich das Papier nahe dem kürzlich markierten 52-Wochen-Tief.
Inmitten dieser Talfahrt greifen prominente Insider zu. Apple-Chef und Nike-Verwaltungsrat Tim Cook kaufte Mitte April 25.000 Aktien. Wenige Tage später zog Nike-CEO Elliott Hill mit einem Erwerb von 23.000 Anteilscheinen nach. Marktbeobachter werten dies als Signal des Vertrauens in die interne Strategie und als Indiz, dass das Management die Papiere für unterbewertet hält.
Lichtblick auf der Laufbahn
Die Hoffnungen der Konzernspitze ruhen auf der Performance-Sparte. Im dritten Geschäftsquartal verzeichnete die Laufschuh-Kategorie weltweit ein Umsatzplus von über 20 Prozent. Überarbeitete Modelle wie Vomero oder Pegasus treiben das Wachstum an. Nike nutzt hier kleine, sportartspezifische Teams, um Kundenbedürfnisse schneller in marktreife Produkte umzusetzen. Diese Strategie soll nun als Blaupause für die breitere Erholung des Konzerns dienen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nike?
Abseits der Laufbahn zeigt das Zahlenwerk für das Ende Februar abgelaufene Quartal tiefe Bremsspuren. Der Gesamtumsatz stagnierte bei 11,3 Milliarden US-Dollar. Während das Großhandelsgeschäft leicht zulegte, fielen die Direktverkäufe an Endkunden ab. Besonders hart traf es die Marke Converse mit einem Umsatzrückgang von 35 Prozent.
Parallel dazu brach der Nettogewinn um 35 Prozent auf 520 Millionen US-Dollar ein. Ein Sondereffekt bei den Steuern aus dem Vorjahr, der die damalige Steuerquote extrem drückte, verstärkte diesen optischen Ertragsrückgang im Jahresvergleich.
Asien-Geschäft unter Druck
Das größte strukturelle Problem bleibt der chinesische Markt. Finanzchef Matt Friend rechnet dort für das laufende Quartal mit einem Umsatzminus von 20 Prozent. Für den Gesamtkonzern prognostiziert er im vierten Quartal einen Rückgang zwischen zwei und vier Prozent. Analysten hatten zuvor noch mit einem leichten Wachstum gerechnet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nike?
Die anhaltende Schwäche ruft Kritiker auf den Plan. Großbanken wie JPMorgan und Goldman Sachs stuften die Aktie zuletzt ab. HSBC-Analyst Akshay Gupta senkte sein Rating auf „Halten“ und bezeichnete den Turnaround als Geschichte, die Nike erst noch beweisen müsse. UBS-Experte Jay Sole sieht auf dem aktuellen Kursniveau kaum Katalysatoren für einen Einstieg.
Indes wächst der Druck durch Mitbewerber. Marken wie On und Hoka haben sich im US-Markt für Premium-Laufschuhe mittlerweile einen gemeinsamen Marktanteil von rund 19 Prozent gesichert. Adidas profitiert derweil vom Retro-Trend im Lifestyle-Segment — eine Entwicklung, die Nike während seiner starken Fokussierung auf den Direktvertrieb verpasst hat.
Ende Juni legt Nike die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dann muss das Management belegen, ob sich die Talfahrt in China verlangsamt und die Marke Converse einen Boden findet. Gelingt es nicht, das Momentum der Laufschuh-Sparte zügig auf andere Kategorien wie Basketball zu übertragen, drohen weitere Marktanteilsverluste an die erstarkte Konkurrenz.
Nike-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nike-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Nike-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nike-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nike: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

