Nach der kräftigen Erholung zur Wochenmitte hat der japanische Aktienmarkt gestern einen Rückschlag erlitten. Belastet von schwachen Vorgaben der US-Technologiebörsen und einem Ausverkauf im Halbleitersektor gab der Nikkei 225 deutlich nach. Während Schwergewichte aus der Chip-Industrie den Index nach unten drückten, konnten positive Unternehmensnachrichten von Nintendo und SoftBank das Minus nur teilweise abfedern.

Halbleiter-Titel unter Druck

Der japanische Leitindex verzeichnete gestern einen Rückgang von 1,01 Prozent und schloss bei 65.629,66 Punkten. Damit notiert das Barometer aktuell rund 2,26 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Auslöser für die Kursverluste waren vor allem die schwachen Notierungen im US-Halbleitersektor am Vorabend, die sich unmittelbar auf die japanischen Branchengrößen auswirkten.

Besonders hart traf es die Titel von Kioxia, die um knapp zehn Prozent einbrachen. Auch andere Schwergewichte wie Tokyo Electron und Advantest gehörten zu den deutlichen Verlierern. Medienberichten zufolge belasteten enttäuschende Ausblicke US-amerikanischer Branchenkollegen wie SanDisk und Western Digital die Stimmung im gesamten Sektor. Dennoch zeigt der Nikkei 225 im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von 30,37 Prozent weiterhin eine starke Performance.

Nintendo und SoftBank mit starken Quartalszahlen

Abseits der Chip-Werte sorgten aktuelle Geschäftsberichte für Aufsehen. Der Spielehersteller Nintendo präsentierte beeindruckende Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Laut Reuters stieg der operative Gewinn um mehr als 150 Prozent auf 142,6 Milliarden Yen. Das Unternehmen profitierte dabei von einer robusten Software-Nachfrage für die Switch-Konsolen sowie einer Rückerstattung von US-Zöllen in Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf 147,4 Milliarden Yen und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.

Auch die SoftBank Group konnte mit ihren Quartalszahlen punkten, obwohl die Aktie im schwachen Marktumfeld unter Druck geriet. Wie Jiji Press berichtet, lag der Nettogewinn mit 347,3 Milliarden Yen zwar rund 18 Prozent unter dem Vorjahreswert, übertraf jedoch die Konsensschätzungen bei Weitem. Ein wesentlicher Treiber war ein Bewertungsgewinn aus der Beteiligung an Intel in Höhe von etwa 1,3 Billionen Yen. Belastet wurde das Ergebnis hingegen durch höhere Forschungs- und Entwicklungskosten bei der Tochtergesellschaft Arm sowie durch Währungsverluste.

Fokus auf den US-Arbeitsmarkt

Trotz der Verluste im Nikkei zeigte sich der breitere Markt etwas stabiler. Während der Leitindex von den hochgewichteten Technologiewerten belastet wurde, schloss der TOPIX-Index in Tokio sogar leicht im Plus. Rund 70 Prozent der im Prime-Segment gelisteten Werte konnten Kursgewinne verbuchen, da Anleger verstärkt in defensivere Branchen und Value-Aktien umschichteten.

Am heutigen Freitag richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die USA. Die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Juli wird mit Spannung erwartet. Analysten rechnen im Vorfeld mit rund 80.000 neu geschaffenen Stellen. Diese Daten könnten entscheidende Impulse für die künftige Zinspolitik der US-Notenbank Fed liefern und damit auch die Richtung für die japanischen Märkte in der kommenden Woche vorgeben. Zudem stabilisierte sich der Yen zuletzt bei etwa 157 bis 158 Yen pro Dollar, was den Exportsektor nach der jüngsten Aufwertung etwas beruhigte.