Der japanische Leitindex erlebte einen historischen Handelstag. Der Nikkei 225 schoss um 4,61 Prozent auf 72.366,34 Punkte nach oben – ein neuer Rekordschlussstand. Allein am Donnerstag kamen 3.191 Zähler hinzu.

Damit liegt der Index noch 0,64 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 72.831,73 Punkten. Auf Jahressicht beträgt das Plus 85,83 Prozent.

Explosiver Start in den Tag

Tokio eröffnete mit einem Gap-Up von über 900 Punkten. Bereits in der ersten Handelsminute durchbrach der Nikkei die 70.000er-Marke. Auslöser war ein fulminanter Ausblick des US-Chipriesen Micron Technology. Der Speicherhersteller meldete nach US-Börsenschluss eine angehobene Umsatzprognose. Die Aktie schoss im nachbörslichen Handel um fast 16 Prozent nach oben.

Auch Qualcomm lieferte mit einem um 40 Milliarden Dollar angehobenen Umsatzausblick positive Impulse. Die Tokioter Börse griff die Signale sofort auf.

Zur Mittagszeit stand der Nikkei bereits 2.600 Punkte im Plus. Am Nachmittag folgte ein weiterer Schub: Die USA und Iran einigten sich auf einen Friedensvertrag. Die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz ließ die Ölpreise einbrechen. Für Japans energieimportierende Wirtschaft bedeutet das geringere Inflationssorgen.

Chips dominieren die Gewinnerliste

Die Technologiewerte rissen die Rally an. An der Spitze: der Chip-Testspezialist Advantest mit plus 12,44 Prozent. Tokyo Electron legte 7,8 Prozent zu, Kioxia Holdings gewann knapp neun Prozent. Auch die SoftBank Group zog um sieben Prozent an, beflügelt von einer Kurszielanhebung durch Nomura.

Ganz anders sah es bei den Verlierern aus. Sharp brach um 9,75 Prozent ein – der Konzern konnte sich dem Tech-Boom nicht anschließen. Der Ölkonzern Inpex verlor angesichts fallender Rohstoffpreise. MS&AD Insurance gab 4,72 Prozent nach.

Technisch intakt

Der Nikkei handelt jetzt deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten – sowohl über der 50-Tage-Linie (63.829 Punkte) als auch über der 200-Tage-Linie (54.648). Der RSI liegt bei 66,3. Das bedeutet: Der Index ist stark, aber noch nicht überkauft.

Die nächste Hürde ist das Rekordhoch bei 73.007 Punkten. Den japanischen Yen beobachteten Händler indes genau. Der Dollar notierte bei 161,87 Yen – ein Niveau, das in der Vergangenheit bereits Interventionen des Finanzministeriums ausgelöst hat.

An den US-Märkten richten sich die Blicke nun auf den Core-PCE-Index am Abend. Der Inflationsindikator dürfte die Richtung für die nächste Sitzung in Tokio vorgeben.