Der Handel an der Börse in Tokio ruht zu Beginn der neuen Handelswoche. Wegen aufeinanderfolgender gesetzlicher Feiertage im Rahmen der traditionellen Silberwoche bleiben die japanischen Kassenmärkte von heute bis einschließlich Mittwoch geschlossen.
Die reguläre Wiederaufnahme des Handels erfolgt erst am Donnerstag. Nach dem festen Wochenausklang im Gefolge des Zinsentscheids der Bank of Japan herrscht am Parkett nun eine Zwangspause, während an den Devisenmärkten die Nervosität zunimmt.
Schwacher Yen rückt Notenbank in den Fokus
Am vergangenen Freitag hatte die japanische Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben. Es ist das höchste Zinsniveau des Landes seit rund drei Jahrzehnten. Dennoch reagierte die japanische Währung mit spürbarer Schwäche auf den Beschluss. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Rates stimmten gegen die Straffung, was Marktteilnehmer als Signal für Zurückhaltung bei künftigen Zinsschritten interpretierten.
Ein schwächerer Yen wirkt traditionell als zweischneidiges Schwert für japanische Aktien. Einerseits profitieren exportorientierte Schwergewichte aus der Halbleiter- und Technologiebranche von wechselkursbedingten Vorteilen beim Auslandsabsatz. Andererseits schürt der Wertverlust der Landeswährung Sorgen vor steigenden Importkosten und einer hartnäckigen Teuerung im Inland.
Sorge vor Währungseingriffen bei dünner Liquidität
Um der anhaltenden Währungsabwertung entgegenzuwirken, nahmen die Währungsbehörden sogenannte Zinsabfragen bei Marktteilnehmern vor. Derartige Überprüfungen gelten im Handel als Vorstufe einer direkten Intervention am Devisenmarkt.
Marktbeobachter warnen, dass insbesondere die feiertagsbedingt dünne Handelsliquidität in dieser Woche das Risiko abrupter Währungsausschläge erhöht. Bereits im Frühjahr und im Sommer hatte Tokio mit Interventionen von elf beziehungsweise fünfzehn Billionen Yen gegen den Verfall der Landeswährung gegengesteuert.
Fred Neumann von der britischen Großbank HSBC betonte in diesem Zusammenhang, die Hürde für Japans Zentralbank bleibe hoch, die Finanzmärkte von einer anhaltend straffen Haltung zu überzeugen. Zwar schloss Notenbankchef Kazuo Ueda weitere Anpassungen bei fortbestehenden Preisrisiken nicht aus, dämpfte jedoch zugleich die Erwartungen an ein forciertes Vorgehen.
Asiatisches Umfeld stützt Technologiebranche
Während der Kassahandel in Japan pausiert, zeigten sich die übrigen asiatischen Börsenplätze zu Wochenbeginn überwiegend freundlich gestimmt. Vor allem die robuste Nachfrage nach Technologiekomponenten für Anwendungen der künstlichen Intelligenz stützte die Aktienkurse in den Nachbarländern. An den internationalen Terminmärkten tendierten auch die Kontrakte auf den Nikkei 225 im Fahrwasser der regionalen Chipwerte fester.
Bis zur Wiedereröffnung des Tokioter Handels am Donnerstag bleibt das Zusammenspiel aus Wechselkursentwicklung und globaler Zinsentwicklung der entscheidende Taktgeber für japanische Standardwerte.
Neben den geldpolitischen Signalen rücken in den kommenden Tagen internationale Gespräche zwischen führenden Wirtschaftsmächten in den Blickpunkt der Anleger. Für den Nikkei 225 wird der Neustart am Donnerstag zeigen, ob der Aufwärtstrend der vergangenen Woche der feiertagsbedingten Unterbrechung standhält.
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