Der japanische Leitindex steckt in einer echten Zwickmühle. Nach zwei Verlusttagen in Folge mit einem Minus von rund 1.250 Punkten kämpft der Nikkei 225 nun um eine Unterstützung, die als letzte Verteidigungslinie vor einem deutlich tieferen Rutsch gilt.
Am Mittwoch schloss der Index bei 65.142,78 Punkten, ein Minus von 0,19 Prozent nach einer Handelsspanne zwischen 65.017,68 und 65.794,03 Zählern. Der Rutsch setzte sich danach fort, zuletzt näherte sich der Nikkei der psychologisch wichtigen Marke von 64.000 Punkten. Ein kurzer Bounce auf 64.762,5 Punkte unterbrach zwar eine Serie von drei fallenden Kerzen, änderte aber nichts am grundsätzlich negativen Bild.
Ölpreis-Schock trifft auf technische Schwäche
Der Auslöser für die Talfahrt liegt weniger in Japan selbst als an den globalen Rohstoffmärkten. Die Ölpreise sind kräftig gestiegen, nachdem sich die Lage zwischen den USA und dem Iran zugespitzt hat. Brent-Rohöl kletterte erstmals seit Juli über die Marke von 100 Dollar je Barrel, WTI legte an einem Tag um mehr als drei Prozent zu.
Diese Entwicklung nährt neue Inflationssorgen kurz vor der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank. Die Wall Street reagierte entsprechend nervös: Dow, Nasdaq und S&P 500 schlossen am Mittwoch allesamt im Minus, der Dow fiel auf den tiefsten Stand seit über einem Monat. Diese schwache Vorgabe lastet nun auch auf Tokio.
Technisch gesehen sieht die Lage für den Nikkei angespannt aus. Der Index notiert unterhalb sämtlicher wichtiger gleitender Durchschnitte und unterhalb der Ichimoku-Wolke, der MACD bleibt klar negativ. Die Zone zwischen 64.000 und 65.000 Punkten gilt aktuell als reine Zitterpartie ohne klare Richtung – Chartbeobachter sprechen von einem Bereich, in dem Fehlausbrüche wahrscheinlicher sind als eine echte Trendwende.
Fällt die Marke von 64.000 Punkten nachhaltig, wären laut technischer Einschätzung Abschläge bis in den Bereich von 60.520 Punkten möglich. Für eine Stabilisierung müsste der Index dagegen über die Widerstandszone bei 65.300 Punkten zurückklettern – ein Szenario, das aktuell wenig wahrscheinlich wirkt, solange die Ölpreis-Sorgen die globalen Märkte belasten.
Die kommenden Tage dürften zeigen, ob sich am Iran-Konflikt und den Ölpreisen etwas entspannt. Erst dann dürfte sich auch beim Nikkei 225 eine Entscheidung zwischen weiterem Rutsch und Stabilisierung abzeichnen.
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