Ein möglicher Durchbruch im Nahost-Konflikt hat den Tokioter Aktienmarkt am Freitag in Bewegung versetzt. Der Nikkei 225 schloss bei 66.020 Punkten — ein Tagesgewinn von 2,81 Prozent oder knapp 1.803 Punkten.

Dramatischer Auftakt, ruhigerer Nachmittag

Der Handelstag begann mit einem gewaltigen Kurssprung. Berichte über eine mögliche diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran trieben den Index in der ersten Stunde auf ein Tageshoch von 67.066 Punkten — ein Plus von zeitweise mehr als vier Prozent. Im Nachmittagshandel gab der Index einen Teil dieser Gewinne wieder ab und konsolidierte knapp über der 66.000er-Marke.

Das Handelsvolumen am TSE Prime Market lag bei rund 2,54 Milliarden Aktien — etwa 17 Prozent über dem Durchschnitt. Der japanische Volatilitätsindex zog sich merklich zurück. Anleger verließen sichere Häfen und setzten wieder auf konjunktursensitive Werte.

Bergbau und Metalle führen die Rally an

Den stärksten Impuls lieferten Rohstoff- und Minenwerte. Mitsui Mining & Smelting sprang um fast 17 Prozent, Sumitomo Metal Mining um gut 11 Prozent. Auslöser war die Absage geplanter Militärschläge im Nahen Osten. Das ließ die Energiepreise fallen und verbesserte die globalen Wachstumserwartungen.

Im Technologiesektor legte Lasertec Corp um mehr als zehn Prozent zu. Der Hersteller von Halbleiterfertigungsanlagen profitierte von der allgemeinen Risikobereitschaft. Defensive Sektoren wie Versorger, die in der Wochenmitte noch gefragt waren, blieben dagegen zurück.

Technisches Bild und Marktkontext

Der Nikkei 225 notiert komfortabel über seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 60.860 Punkten und liegt mehr als 23 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus knapp 73 Prozent. Das 52-Wochen-Tief bei 37.834 Punkten liegt weit zurück.

Japan profitierte besonders stark vom Rückgang der Ölpreise. Als hochgradig energieimportabhängige Volkswirtschaft wirken sinkende Rohstoffkosten direkt auf die Unternehmensmargen. Der Yen blieb volatil oberhalb der 160er-Marke, doch stabilisierte sich der Anleihemarkt — was den Druck auf die Bank of Japan vorerst minderte.

Das nächste Widerstandsniveau liegt beim Wochenhoch von 67.066 Punkten. Das Allzeithoch bei 68.786 Punkten, erreicht Anfang Juni, bleibt das mittelfristige Ziel. Nach unten gilt die 59.000er-Marke als wichtige Unterstützung. In der kommenden Woche rücken US-Inflationsdaten und japanische Industrieproduktionszahlen in den Mittelpunkt — sie werden zeigen, ob die Erholung auf einem stabilen Fundament steht.