Nach drei starken Handelstagen in Folge geht dem Nikkei 225 etwas die Luft aus. Am Dienstagmorgen notiert der Index knapp unter 69.250 Punkten — ein leichtes Minus nach dem beeindruckenden Montag, als das Barometer um rund 5 Prozent auf ein neues Rekordhoch schoss.

Der Auslöser für die jüngste Rally war das US-iranische Waffenstillstandsabkommen, das den Ölpreis unter Druck setzte und die globalen Aktienmärkte beflügelte. Der Nikkei kletterte innerhalb von drei Sitzungen um mehr als 5.000 Punkte. Kein Wunder, dass Trader nun vorsichtig werden — die Luft auf diesem Niveau ist dünn.

Breite Sektorrotation, kein klarer Trend

Das Bild am Dienstag ist gemischt. Auf der Verliererseite stehen SoftBank Group mit minus 1,5 Prozent sowie Honda und Toyota mit je fast 2 Prozent im Minus. Sony verliert sogar mehr als 2 Prozent. Ryohin Keikaku, Renesas Electronics und Disco geben jeweils knapp 4 Prozent ab.

Auf der Gewinnerseite fallen die Kabelspezialisten auf: Sumitomo Electric Industries steigt mehr als 6 Prozent, Fujikura legt fast 6 Prozent zu und Furukawa Electric gewinnt rund 5 Prozent. Rüstungs- und Industriewerte wie Kawasaki Heavy Industries und Mitsubishi Heavy Industries gehören ebenfalls zu den Tagesgewinnern. Im Tech-Segment bleibt das Bild gespalten — Advantest legt fast 2 Prozent zu, während Tokyo Electron ähnlich viel verliert.

BoJ im Fokus

Der eigentliche Tagesordnungspunkt ist die Zinsentscheidung der Bank of Japan. Der Markt erwartet eine Anhebung um 25 Basispunkte auf dann 1,00 Prozent — es wäre der nächste Schritt in Japans langsamer Abkehr von der Nullzinspolitik. Der Yen handelt derweil bei rund 160 pro Dollar, was exportorientierten Unternehmen historisch entgegenkommt, aber auch Inflation importiert.

Wie die BoJ die weitere Zinspolitik kommuniziert, dürfte den Nachmittag in Tokio prägen. Ein überraschend hawkisher Ton könnte den Index nochmals unter Druck setzen — ein restriktiverer Ausblick würde den Yen stärken und die Margen exportlastiger Konzerne belasten. Ein vorsichtiger Signalton hingegen könnte die aktuelle Konsolidierung schnell beenden.