Die Börse in Tokio zeigt sich unmittelbar vor den geldpolitischen Weichenstellungen der heimischen Notenbank stabil. Der Nikkei 225 schloss am heutigen Donnerstag mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent bei 64.136,25 Punkten.
Rückenwind lieferte das freundliche Umfeld an den asiatischen Märkten im Nachgang zur Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve. Zugleich hielten sich viele Marktteilnehmer mit größeren Engagements zurück, da in Japan richtungsweisende Beschlüsse anstehen.
Anleger blicken auf die Bank of Japan
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Bank of Japan, die heute ihre zweitägige geldpolitische Sitzung aufgenommen hat. Medienberichten zufolge rechnen Marktteilnehmer am morgigen Freitag mehrheitlich mit einer Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent. Neben dem Zinsschritt selbst dürften vor allem Hinweise auf das künftige Tempo weiterer Straffungen über den weiteren Trend am japanischen Aktienmarkt entscheiden.
Bereits zu Wochenbeginn hatte sich die Zurückhaltung bemerkbar gemacht: Am Montag war das Börsenbarometer im Zuge steigender Anleiherenditen und anziehender Ölpreise um 0,81 Prozent abgerutscht. Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik stärkte zuletzt tendenziell den Yen, was traditionell die Ertragserwartungen der exportorientierten japanischen Schwergewichte dämpft.
Robuste Industriedaten federn Zinsängste ab
Gleichzeitig erhält der Markt fundamentale Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft. Wie eine Erhebung von Reuters ergab, stieg das Geschäftsklima der großen japanischen Industrieunternehmen im September auf den höchsten Stand seit Dezember 2021. Der entsprechende Tankan-Index kletterte von 18 Zählern im Vormonat auf 21 Punkte.
Verantwortlich für den Stimmungsaufschwung ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage rund um Halbleiter und Infrastruktur für Rechenzentren. Diese Entwicklung stützte die im Leitindex stark vertretenen Technologie- und Halbleiterwerte, welche den Druck durch die stärkere Landeswährung zuletzt ausgleichen konnten. Auf Jahressicht verzeichnet der Nikkei 225 trotz der jüngsten Konsolidierung ein Plus von 27 Prozent.
Indexanpassung zum Oktober wirft Schatten voraus
Neben der Geldpolitik rückt zum Monatswechsel die Zusammensetzung des Leitindex in den Fokus. Am 1. Oktober treten mehrere personelle Veränderungen in Kraft: Mit JX Advanced Metals, KOKUSAI ELECTRIC und dem Spieleentwickler CAPCOM werden drei Titel neu aufgenommen. Weichen müssen dafür Konica Minolta, Kanadevia sowie die ARCHION Corporation.
Kurzfristig bleibt die Geldpolitik jedoch der dominierende Impulsgeber. Nach der morgigen Zinsentscheidung liefert am 24. September die Veröffentlichung bereinigter Kerninflationsdaten der Notenbank den nächsten Hinweis darauf, wie weit der Straffungszyklus in den kommenden Monaten noch reichen könnte.
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