Erst Panik, dann Kaufrausch. Der Nikkei 225 erlebte am Freitag eine Achterbahnfahrt der Extreme. Schwache Konjunkturdaten aus Übersee gaben den entscheidenden Impuls, um einen Absturz von über 1.100 Punkten am Morgen in ein sattes Plus zu verwandeln.
US-Arbeitsmarkt bringt die Wende
Der japanische Leitindex sackte zunächst massiv ab. Sorgen über ein Ende des KI-Booms belasteten vor allem Technologiewerte schwer. Das Tagestief markierte der Nikkei 225 bei 67.609 Punkten.
Am Nachmittag änderte sich das Bild schlagartig. Neue US-Arbeitsmarktdaten zeigten für Juni lediglich 57.000 neue Stellen — Analysten hatten mit fast der doppelten Menge gerechnet. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank lockte Käufer zurück in den Markt.
Der Index schloss schließlich 1,47 Prozent höher bei 69.744,07 Zählern. Rund 80 Prozent der im Prime Market gelisteten Titel beendeten den Tag im Plus.
Halbleiter-Sektor führt Rally an
Besonders Chip-Aktien drehten nach dem morgendlichen Ausverkauf kräftig auf. Rohm Co. führte die Gewinnerliste mit einem Plus von 14,18 Prozent an. Der Wafer-Spezialist Sumco kletterte parallel dazu um 11,30 Prozent.
Auch Kioxia Holdings meldete sich eindrucksvoll zurück. Nach einem Minus von zeitweise zehn Prozent drehte das Papier ins Plus und beendete den Handel neun Prozent höher. Das Index-Schwergewicht Fast Retailing stützte die Erholung mit einem Zuwachs von 4,3 Prozent.
Der japanische Yen stabilisierte sich derweil bei 161,14 Yen pro US-Dollar. Sinkende Ölpreise und nachgebende Renditen für US-Staatsanleihen von 4,12 Prozent stützten die exportorientierte Wirtschaft zusätzlich.
Technische Unterstützung hält
Charttechnisch verteidigte der Index die psychologisch wichtige Marke von 67.000 Punkten erfolgreich. Trotz der Tagesrally bleibt der Nikkei rund 4,2 Prozent unter seinem Allzeithoch von Juni. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit 55,5 Punkten eine neutrale Lage.
Das Augenmerk liegt nun auf dem ISM-Dienstleistungsindex und dem Fed-Sitzungsprotokoll zu Beginn der nächsten Woche. Diese Termine bilden die nächste Hürde für den Angriff auf das Rekordhoch bei 72.831 Zählern.
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