Nach zwei starken Handelstagen mit einem Plus von fast 2.400 Punkten dreht der Nikkei 225 ins Minus. Gestern schloss der Index bei 70.035,71 Punkten, ein Minus von 0,92 Prozent. Heute rutscht er weiter ab und fällt zeitweise bis auf 69.195 Punkte.
Zinssorgen belasten die Stimmung
Auslöser ist die schwache Vorgabe von der Wall Street. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang auf den höchsten Stand seit 2002, ehe sie im Tagesverlauf etwas nachgab. Hinzu kommt das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung: Die meisten Notenbanker erwarten demnach eine weitere Zinserhöhung noch vor Jahresende. Der Dow verlor 0,7 Prozent, Nasdaq und S&P 500 gaben jeweils 0,2 Prozent nach. Europas Börsen schlossen ebenfalls im Minus.
In Tokio trifft es breite Teile des Marktes. Schwergewicht SoftBank Group verliert mehr als 3 Prozent. Die Großbanken Mizuho und Mitsubishi UFJ geben über 2 Prozent ab.
Besonders hart erwischt es Industrie- und Rohstoffwerte. Komatsu fällt um fast 7 Prozent, Kubota um mehr als 6 Prozent. Mitsubishi Electric und Panasonic büßen jeweils rund 4 Prozent oder mehr ein.
Autowerte stemmen sich dagegen. Toyota legt leicht zu, Honda gewinnt knapp 1 Prozent. Auch Trend Micro und Kioxia notieren im Plus. Dank des Yen-Kurses von knapp 157 je Dollar bleibt der Rückhalt für Exporteure zumindest bei den Autobauern spürbar.
Chartbild: Seitwärtszone mit Abwärtsrisiko
Konjunkturseitig gab es Rückenwind. Der Leistungsbilanzüberschuss lag im August bei 4,06 Billionen Yen und übertraf die Erwartungen von 3,19 Billionen deutlich. Die Kurse konnte das kaum stützen.
Technisch wirkt die Lage angespannt. Am Dienstag erreichte der Index mit 71.517 Punkten ein Hoch, danach folgten eine bärische Umkehrkerze und ein mögliches Doppeltop. Der MACD hat ein Verkaufssignal gegeben, und der RSI zeigt eine Divergenz, was auf nachlassende Kaufkraft hindeuten kann. Zuletzt notierte der Index bei rund 69.600 Punkten.
Die Marke von 69.300 Punkten gilt als erste Unterstützung, darunter rückt der gleitende 50er-Durchschnitt bei etwa 68.100 Punkten in den Blick. Nach oben begrenzen der 20er-Durchschnitt bei rund 70.170 Punkten und die Oberkante der Ichimoku-Wolke bei knapp 70.000 Punkten. Zwischen 69.300 und 70.000 Punkten dürfte der Markt vorerst seitwärts pendeln, bis eine der beiden Seiten bricht.
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