19,86 Millionen verkaufte Konsolen in einem Jahr. Die neue Switch übertrifft den Start ihres Vorgängers deutlich. Dennoch straft der Markt die Nintendo-Aktie ab. Ein verhaltener Ausblick und steigende Kosten trüben die Feierstimmung in Kyoto.

Rekordzahlen treffen auf Preisdruck

Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte historische Bestmarken. Der Umsatz sprang um fast 99 Prozent auf 2,3 Billionen Yen. Der operative Gewinn kletterte auf 360,1 Milliarden Yen.

Der Erfolg basiert auf der starken Nachfrage nach der neuen Hardware. Die Switch 2 verkaufte sich im ersten vollen Jahr besser als das Original.

Für das laufende Jahr tritt das Management auf die Bremse. Nintendo rechnet mit einem Umsatzrückgang von 11,4 Prozent. Der Konsolenabsatz soll auf 16,5 Millionen Stück sinken.

Höhere Bauteilpreise und Zölle belasten die Margen. Als Reaktion erhöht der Konzern die Preise für die Switch 2 in den USA und weiteren Märkten.

Ein Generationswechsel in der Führung

Abseits der Bilanz markiert der Bericht das Ende einer Ära. Takashi Tezuka verlässt das Unternehmen am 26. Juni 2026.

Der Spieledesigner prägte Nintendo 42 Jahre lang. Er leitete Klassiker wie Super Mario World und The Legend of Zelda. Zuletzt produzierte er Super Mario Bros. Wonder.

Mit 65 Jahren erreicht Tezuka das typische Rentenalter des Konzerns. Einen direkten Nachfolger hat Nintendo nicht benannt. Jüngere Entwickler übernehmen zunehmend Verantwortung. Eine zentrale kreative Leitfigur fehlt bislang. Ein Risiko.

Software-Pipeline und Aktienkurs

Um Hardware-Rückgänge auszugleichen, setzt Nintendo auf neue Spiele. Der Software-Absatz soll im laufenden Jahr um 23 Prozent auf 60 Millionen Einheiten steigen.

Dafür belebt der Konzern alte Marken neu. Für die Switch 2 sind folgende Titel geplant:
– Yoshi and the Mysterious Book (Mai)
– Star Fox (Juni)
– Splatoon Raiders (Juli)

An der Börse sorgten die Preiserhöhungen und der Ausblick für Ernüchterung. Die Nintendo-Aktie fiel am Freitag auf ihr 52-Wochen-Tief von 36,70 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 37 Prozent an Wert verloren.

Der Fokus rückt nun auf das Sommergeschäft. Am 25. Juni erscheint das Star-Fox-Remake. Kurz darauf tritt Tezuka ab. Nintendo muss beweisen, dass die neue Entwicklergeneration das Erbe erfolgreich fortführt.