Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio hat für den Monat August ein Wachstum bei den Fahrzeugauslieferungen vermeldet. Während das Unternehmen sein Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern konnte, blicken Anleger am heutigen Dienstag gespannt auf die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Die Zahlen werden vor der Eröffnung der US-Börsen erwartet und dürften über die kurzfristige Richtung der Aktie entscheiden, die zuletzt unter erheblichem Verkaufsdruck stand.
Gemischtes Bild bei den August-Auslieferungen
Im August 2026 lieferte Nio insgesamt 35.836 Fahrzeuge aus, was einer Steigerung von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Ein genauer Blick auf die Marken zeigt jedoch eine unterschiedliche Dynamik: Die Kernmarke Nio konnte ihre Auslieferungen mit 21.174 Einheiten mehr als verdoppeln (+101,18 Prozent).
Dagegen verzeichnete die junge Marke Onvo mit 8.810 Fahrzeugen einen Rückgang von 46,39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Marke Firefly steuerte 5.852 Einheiten bei, ein Zuwachs von 34,65 Prozent.
Seit Jahresbeginn summierten sich die Auslieferungen damit auf 262.893 Fahrzeuge, was einem Plus von knapp 58 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Kumuliert hat Nio bis Ende August über 1,26 Millionen Fahrzeuge auf die Straße gebracht. Ein technischer Meilenstein wurde am 7. August erreicht, als das Unternehmen seine 4.000. Batteriewechselstation in Betrieb nahm – die erste Station der fünften Generation.
Fokus auf Modell-Meilensteine und Q2-Ergebnisse
Besondere Aufmerksamkeit widmen Marktbeobachter den einzelnen Modellen. Der im Mai 2026 gestartete SUV ES9 erreichte innerhalb von nur 73 Tagen die Marke von 20.000 Auslieferungen. Auch das Modell ES8 zeigt Beständigkeit: Nach Angaben des Unternehmens wurden in 335 Tagen kumuliert 140.000 Einheiten ausgeliefert.
Nio-CEO William Li hatte zuvor prognostiziert, dass das Unternehmen trotz eines erwarteten allgemeinen Rückgangs der chinesischen Autoverkäufe um 15 bis 20 Prozent ein Umsatzwachstum von 40 bis 50 Prozent anstrebt.
Für die heute anstehenden Quartalszahlen liegt der Fokus der Analysten vor allem auf den Margen und dem Verlust pro Aktie. Medienberichten zufolge wird für das zweite Quartal ein Umsatz von rund 4,78 Milliarden US-Dollar erwartet, bei einem geschätzten Verlust von 0,07 US-Dollar je Aktie. Die Analysten der Deutschen Bank rechnen für das zweite Quartal auf Non-GAAP-Basis mit dem Erreichen der Gewinnschwelle (Break-even).
Druck auf den Aktienkurs hält an
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Lage am Kapitalmarkt angespannt. Die Aktie notiert vorbörslich bei 3,39 € und verzeichnete damit heute einen Rückgang von 7,6 Prozent. Damit bewegt sich das Papier nur noch knapp über dem aktuellen 52-Wochen-Tief, der Abstand zur unteren Markierung beträgt lediglich 3,5 Prozent.
Die Analysten der Bank of America bewerten die Aktie derzeit mit „Neutral“. Zwar wurde das Kursziel angehoben, doch verwiesen die Experten auf Herausforderungen wie steigende Rohstoffkosten und den regulatorischen Druck auf in den USA gelistete chinesische Unternehmen.
Anleger warten nun ab, ob die detaillierten Quartalsberichte zur Monetarisierung des Batterietausch-Systems und zu den Lieferzeiten der neuen Marken Firefly und Onvo für eine positive Überraschung sorgen können.
Nio-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nio-Analyse vom 1. September liefert die Antwort:
Die neusten Nio-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nio-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nio: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

