Medienberichten zufolge geriet die Aktie von Nio am Dienstag spürbar unter Druck und verlor im Handelsverlauf 5,85 Prozent. Marktteilnehmer reagierten damit auf mögliche Verwässerungseffekte bei der Infrastrukturtochter Nio Power. Gestern beendete der Titel den Handel bei 3,03 Euro, womit sich der Kursverlust seit Jahresanfang auf 36 Prozent beläuft.
Investoren wägen die Chancen der laufenden Mehrmarkenexpansion gegen die finanziellen und betrieblichen Belastungen ab. Neben der künftigen Ertragsaufteilung rücken auch fertigungstechnische Herausforderungen bei den neuen Modellreihen in den Fokus.
Umbau bei Nio Power
Am Montag trafen Nio Holding und Zhejiang Geely Holding Group eine Vereinbarung über wechselseitige Investitionen in ihr Lade- und Batteriewechselnetz. Geely bringt die Tochter Yiyi Power sowie 640 Millionen RMB an Barmitteln ein und erhält im Gegenzug 30 Prozent an Nio Power. Nach Abschluss der Transaktion verbleiben 63,6 Prozent der Anteile bei Nio China.
Nio sichert sich im Rahmen des Geschäfts zudem eine Minderheitsbeteiligung an der Geely-Tochter Haohan Energy. Die Kooperation verschafft dem Ausbau des Wechselstationen-Netzes zusätzliche Mittel. Gleichzeitig sorgt die Abgabe von Unternehmensanteilen für Zurückhaltung bei Anlegern, die eine Schmälerung künftiger Gewinne befürchten.
Rückrufaktion bei der Marke Firefly
Zu den strategischen Weichenstellungen kommen operative Hürden bei den neuen Tochtermarken hinzu. Am 18. September ordnete Chinas Behörde für Produktrückrufe eine Überprüfung für NIO Automobile Technology (Anhui) an. Betroffen sind 686 Fahrzeuge der Baureihe Firefly des Modelljahrs 2026 mit 42-kWh-Batterie.
Die Maßnahme betrifft Kleinwagen, die zwischen dem 20. März und dem 2. April gefertigt wurden. Eine mögliche mechanische Beeinträchtigung zwischen der Verkabelung und einem Sensorrotor könnte zum Ausfall der Servolenkung führen. Bei festgestellten Störungen erfolgt ein Austausch der Leitungen.
Auslieferungsdynamik im Mehrmarkengefüge
Gestern veröffentlichte der Konzern die Absatzzahlen für den Monat September. Von den insgesamt 37.408 ausgelieferten Fahrzeugen entfielen 21.318 Einheiten auf die Kernmarke Nio, während die Marke Firefly 7.327 Übergaben beisteuerte.
Zusammen mit den Verkäufen der Marke Onvo summierte sich der Gesamtabsatz in den ersten drei Quartalen auf 300.301 Fahrzeuge. Das dritte Quartal schloss mit 109.178 Einheiten ab. Im margenstarken Oberklassesegment meldete das Unternehmen am 20. September das Erreichen von 150.000 Auslieferungen beim All-New ES8.
Für den ES9 folgte am 23. September die Schwelle von 30.000 Fahrzeugen. Laut Unternehmensangaben behauptete dieses Modell drei Monate in Folge die Spitzenposition bei rein batterieelektrischen Fahrzeugen oberhalb von 500.000 RMB. Nio behauptet damit seinen Platz im oberen Segment, muss jedoch die Skalierung der preiswerteren Baureihen absichern.
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