Am Freitag kletterte die Aktie von Nio um 5,3 Prozent auf 3,20 Euro. Auslöser für das deutliche Kursplus war eine Hochstufung durch das Analysehaus Goldman Sachs. Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Papier im Sog einer allgemeinen Erholung chinesischer Elektroautowerte nach politischen Signalen zwischen Brüssel und Peking.

Analystenlob und Entspannung im Branchenumfeld

Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Nio-Aktie am Freitag von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und setzte das Zwölf-Monats-Kursziel auf 7,00 US$. Zeitgleich profitierten an den US-Börsen gelistete chinesische Automobilhersteller von Fortschritten im Handelsstreit: Laut Reuters einigten sich China und die Europäische Union auf ein Abkommen zur Mäßigung chinesischer Exporte von Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in den europäischen Markt.

Obwohl Nio selbst ausschließlich rein batterieelektrische Fahrzeuge herstellt, wirkte sich die Aufhellung des gesamten Sektorumfelds positiv auf die Notierung aus.

Mit dem Anstieg am Freitag konnte sich das Papier wieder ein Stück vom 52-Wochen-Tief bei 2,96 Euro nach oben absetzen. Trotz der jüngsten Gegenbewegung bleibt das Marktumfeld für chinesische Elektrofahrzeughersteller jedoch von geopolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt.

Hohe Auslastung im Batteriewechselnetz

Flankiert wurde die Kursentwicklung von operativen Meldungen zur unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur. Medienberichten zufolge wickelte Nio in der ersten Oktoberwoche vom 1. bis zum 7. Oktober an seinen 4.168 Stationen insgesamt 1.192.221 Batteriewechsel ab. Dies entsprach einem Anstieg der durchschnittlichen täglichen Wechselvorgänge um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Den stärksten Betrieb verzeichnete das Netzwerk am 5. Oktober mit 183.664 Akkutäuschen an einem einzigen Tag.

Meilenstein bei den Auslieferungen

Auch bei den Fahrzeugübergaben vermeldete das Unternehmen Zuwächse. Die familienorientierte Nio-Marke Onvo erreichte am Donnerstag mit der Übergabe eines L90 in Peking die Marke von 200.000 kumulierten Auslieferungen.

Über die verschiedenen Konzernmarken hinweg erreichte Nio im September 37.408 Auslieferungen, womit das Unternehmen im dritten Quartal insgesamt 109.178 Einheiten an Kunden übergab. Nio lag damit innerhalb seiner eigenen Prognosespanne für das Vierteljahr, die zwischen 108.000 und 111.000 Fahrzeugen gelegen hatte.

Bis zum Ende des Monats September summierten sich die Auslieferungen im Jahresverlauf auf 300.301 Fahrzeuge. Ob diese operative Schlagzahl ausreicht, um die Bewertung dauerhaft in Richtung des neuen Analystenkursziels zu treiben, wird maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Margen abhängen.