Gedämpfte Absatzzahlen im chinesischen Markt für elektrifizierte Fahrzeuge belasten die Stimmung für die Hersteller. Nach Daten des Branchenverbands China Passenger Car Association sanken die landesweiten Einzelhandelsverkäufe von Pkw mit alternativen Antrieben vom 1. bis 11. Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 281.000 Einheiten. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vormonats entspricht dies einem Rückgang um 7 Prozent.
Verlust eines Spitzenplatzes im September
Der schwächere Monatsauftakt trifft auf ein ohnehin verschärftes Wettbewerbsumfeld in China. Medienberichten zufolge rutschte Nio im September aus den zehn absatzstärksten Marken für reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride heraus. Trotz insgesamt wachsender Auslieferungen verlor der Hersteller damit im Heimatmarkt im direkten Vergleich mit heimischen Konkurrenten an Boden.
Dieser Druck zeigt sich auch in der Konzentration des Modellportfolios. Von den 21.318 Auslieferungen der Kernmarke Nio im September entfielen 18.252 Fahrzeuge auf lediglich zwei Modelle: den ES8 und den ES9. Auf die übrigen sechs Modellreihen der Marke kamen zusammen nur noch 3.066 Übergaben.
Der erst kürzlich eingeführte ES9 sicherte sich dabei mit 7.706 Auslieferungen sein bisher zweitbestes Monatsergebnis. Regional setzt das Management weiterhin auf den Ausbau der Infrastruktur: Am Sonntag meldete das Unternehmen das Erreichen von 500 Batteriewechselstationen in der wirtschaftsstarken Provinz Guangdong, wo der Absatz in den ersten acht Monaten des Jahres um 76,3 Prozent zulegen konnte.
Analystenlob kontrastiert mit schwachem Gesamtmarkt
Rückenwind erhielt der Titel zuletzt von institutioneller Seite. Am vergangenen Freitag stufte Analystin Tina Hou von Goldman Sachs das Papier von Neutral auf Buy hoch. Zugleich hob die Expertin das Kursziel von 6,10 $ auf 7,00 $ an. Die Hochstufung stützte den Wert temporär, konnte die Skepsis gegenüber dem zyklischen Marktumfeld aber nicht vollständig verdrängen.
Im heutigen Handel tendiert das Papier schwächer. Der Kurs gab um 0,6 Prozent auf 3,15 Euro nach. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang damit auf ein Minus von 33 Prozent. Solange der chinesische Gesamtmarkt im Oktober unter Vorjahresniveau verharrt, bleibt die Erholung für die Papiere des Elektroautobauers anspruchsvoll.
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