NIQ hat heute ein neues Analyseprodukt vorgestellt: das EU5 FMCG-Inflationsbarometer. Der monatliche Tracker misst die Teuerung bei Konsumgütern des täglichen Bedarfs in den fünf größten westeuropäischen Märkten — Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien. Zielgruppe sind Einzelhändler, Hersteller und Medien, die verstehen wollen, wie sich Preisdruck und Kaufverhalten in Echtzeit verschieben.

Die erste Ausgabe liefert gleich einen auffälligen Befund. Großbritannien führt mit einer FMCG-Inflation von 2,3 Prozent die EU5-Länder an, deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 1,1 Prozent. Frankreich und Italien bilden das Schlusslicht mit minus 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent — Frankreich ist damit sogar wieder in den deflationären Bereich gerutscht.

Deutliche Unterschiede zwischen den Kategorien

Innerhalb Großbritanniens zeigt das Barometer ein uneinheitliches Bild. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Beobachtungszeitraum bis Ende Mai 2026 um 4,4 Prozent, Süßwaren und Snacks um 2,8 Prozent. Haushaltspflegeprodukte und Papierwaren rutschten dagegen ins Minus.

Client Director Benjamin Cawthray ordnet den Befund ein: Die EU5-Inflation sei auf den niedrigsten Stand des Jahres gefallen, weil der Preisdruck in den meisten Märkten nachlasse. Großbritannien bleibe aber ein Ausreißer. Auffällig sei zudem eine wachsende Lücke zwischen FMCG-Preisen und der allgemeinen Verbraucherpreisinflation — ein Hinweis darauf, dass sich die Supermarktpreise zunehmend von den gesamtwirtschaftlichen Trends abkoppeln.

Für NIQ fügt sich das Barometer in eine wachsende Produktpalette rund um Consumer Intelligence ein. Das Unternehmen erfasst damit nicht nur Preisniveaus, sondern auch, wie Verbraucher auf Aktionsware, Eigenmarken und kleinere Einkaufsmengen ausweichen. Ob sich daraus ein wiederkehrendes Umsatzsegment für den Datenanbieter entwickelt, dürfte sich mit den kommenden monatlichen Ausgaben des Trackers zeigen.