Der schwedische Küchenhersteller Nobia krempelt die Ärmel hoch – und zwar radikal. Am 14. Januar 2026 verkündete das Unternehmen gleich zwei einschneidende Maßnahmen: Eine Kapitalerhöhung über rund 1,5 Milliarden SEK und den Verkauf des gesamten UK-Geschäfts an Alteri Partners. Die Botschaft ist klar: Zurück zu den Wurzeln, raus aus dem britischen Verlustgeschäft.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das UK-Geschäft – inklusive der Marken Magnet, Gower, Commodore und CIE – erwirtschaftete in den zwölf Monaten bis September 2025 einen Umsatz von 4,36 Milliarden SEK. Der operative Verlust: 108 Millionen SEK. Ein Kaufpreis? Fehlanzeige. Alteri Partners übernimmt die Einheiten zum Nulltarif, schultern dafür aber Leasingverpflichtungen von 746 Millionen SEK. Eine mögliche Zahlung gibt es nur, falls das Geschäft künftig floriert – aktuell scheint das eher Wunschdenken.
Schmerzhafte Abschreibung steht ins Haus
Die Transaktion hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Nobia muss das UK-Geschäft als „zur Veräußerung gehalten“ ausweisen und nimmt dafür eine vorläufige Abschreibung von rund 750 Millionen SEK vor. Zwar handelt es sich um einen reinen Buchverlust ohne Liquiditätsabfluss, dennoch zeigt die Summe, wie viel Wert vernichtet wurde. Hinzu kommen weitere belastende Faktoren im vierten Quartal 2025: Etwa 100 Millionen SEK an Sonderkosten für den UK-Verkauf und zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen.
Kann dieser Kahlschlag die Wende bringen? Nobia setzt darauf. Ab dem dritten Quartal 2026 sollen die Umbauten jährlich 80 Millionen SEK einsparen. Der Fokus liegt nun ausschließlich auf den nordischen Kernmärkten mit Marken wie HTH, Marbodal, Sigdal und Norema.
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Kapitalspritze gegen Schuldenlast
Parallel zur Veräußerung stemmt Nobia eine vollständig abgesicherte Kapitalerhöhung. Die drei Großaktionäre Nordstjernan, If Skadeförsäkring und der schwedische Pensionsfonds AP4 – zusammen rund 45,5 Prozent der Anteile – haben zugesagt, ihre Quote zu zeichnen. Nordstjernan und If Skadeförsäkring garantieren sogar die komplette Platzierung und kassieren dafür zwei Prozent des garantierten Volumens als Gebühr.
Die Mittel fließen direkt in den Schuldenabbau. Nobia hat sich bereits mit seinen Kreditgebern auf eine Umstrukturierung und Verlängerung der bestehenden Kreditlinien geeinigt. Aus den aktuellen 3,45 Milliarden SEK werden 2,5 Milliarden SEK revolvierende Kreditfazilitäten plus 1,5 Milliarden SEK Überbrückungskredit. Letzterer soll mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung sofort getilgt werden. Die revolvierenden Linien haben eine Laufzeit von drei Jahren, müssen aber binnen 18 Monaten auf zwei Milliarden SEK reduziert werden.
Die außerordentliche Hauptversammlung zur Absegnung der Kapitalmaßnahme ist für den 18. Februar 2026 angesetzt. Der Bezugsrechtshandel soll vom 24. Februar bis 6. März laufen, die Zeichnungsfrist endet am 11. März 2026.
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Nordeuropa als letzte Hoffnung
Was bleibt von Nobia ohne UK? Ein Unternehmen mit 5,63 Milliarden SEK Umsatz (Stand September 2025, rollierend zwölf Monate) und einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 8,6 Prozent über die vergangenen zehn Jahre – jedenfalls wenn man das chronisch defizitäre UK-Geschäft herausrechnet. Die Hochphase lag 2017 mit 12,6 Prozent Marge, in den letzten Jahren sank die operative Rentabilität jedoch deutlich: 2024 nur noch 3,6 Prozent, 2025 bislang 5,5 Prozent.
Herzstück der Strategie ist das hochautomatisierte Werk „Nobia Park“ in Jönköping, das im Oktober 2025 eröffnete und die alten Standorte in Tidaholm (Schweden) und Nastola (Finnland) ersetzt. Die Investitionsphase ist abgeschlossen – nun muss die erhoffte Effizienz endlich Früchte tragen. CEO Kristoffer Ljungfelt setzt darauf, dass die Kombination aus Schuldenabbau, Kostenreduktion und fokussiertem Nordeuropa-Geschäft die Wende bringt.
Ob die Rechnung aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Der Abschluss der UK-Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
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