Nokia-Aktionäre bekommen diese Woche ihr Geld. Der Kurs zeigt sich davon bislang wenig beeindruckt.
Am Mittwoch überweist Nokia 0,04 Euro je Aktie an seine Anteilseigner. Der Stichtag lag am 28. Juli, ausgezahlt wird am 6. August 2026. Es ist eine von vier geplanten Raten aus einer Ausschüttungsermächtigung, die der Vorstand am 23. Juli beschlossen hat. Die Hauptversammlung vom 9. April 2026 hatte dafür einen Rahmen von maximal 0,14 Euro je Aktie über das gesamte Jahr freigegeben. Nach dieser Zahlung bleiben noch 0,06 Euro pro Aktie an Ausschüttungsvolumen übrig.
Die Dividende kommt zu einem unruhigen Zeitpunkt. Die Aktie schloss am Freitag bei 7,93 Euro, ein Minus von 0,15 Prozent. Damit liegt der Kurs rund 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das erst am 3. Juni erreicht wurde. Der Absturz binnen weniger Wochen zeigt, wie schnell sich die Stimmung rund um Nokias KI-Geschichte drehen kann.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Der Kurseinbruch wirkt zunächst widersprüchlich. Nokia hatte am 23. Juli Quartalszahlen vorgelegt, die die Markterwartungen übertrafen. Treiber war das Geschäft mit KI- und Cloud-Netzwerken, während das klassische Telekom-Infrastrukturgeschäft weiter unter Druck steht.
CEO Justin Hotard bezifferte den Auftragseingang im Bereich KI und Cloud für das zweite Quartal auf 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz in diesem Segment habe sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Hotard sprach von einer breiten Nachfragebasis, mit langfristigen Aufträgen sowohl in Optical Networks als auch in IP Networks.
Parallel zu den Zahlen erhöhte Nokia die geplanten Restrukturierungskosten für 2026 auf rund 800 Millionen Euro. Der Konzern baut gleichzeitig seine KI-Infrastruktur aus, treibt die Entwicklung von AI-RAN voran und erweitert die Fertigungskapazitäten in den USA. Dazu beschleunigt Nokia die Integration seines China-Geschäfts nach der vollständigen Übernahme von Nokia Shanghai Bell. Die Integration soll binnen zwei Jahren abgeschlossen sein, bis Ende 2026 fallen dafür rund 350 Millionen Dollar an Kosten an.
Charttechnik prägt die Woche
Konkrete Unternehmensnachrichten stehen für die kommenden Tage nicht an. Der Handel dürfte deshalb von technischen Faktoren bestimmt werden. Ein RSI-Wert von 33,3 signalisiert überverkaufte Bedingungen — ein Niveau, das charttechnisch orientierte Händler häufig als möglichen Stabilisierungspunkt werten.
Die grundlegende Wachstumsgeschichte um KI und Cloud-Netzwerke bleibt nach den Quartalszahlen intakt. Wie stark das Vertrauen der Anleger zurückkehrt, dürfte sich daran zeigen, ob der aktuelle Kursbereich als Boden hält oder der Abwärtstrend der vergangenen Wochen anhält.
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