Nokia hat in Riad sein erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Saudi-Arabien eröffnet. Das Zentrum soll KI-gestützte Software für Netzwerkautomatisierung und -orchestrierung entwickeln, für Kunden im Königreich und darüber hinaus. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der finnische Netzwerkausrüster ohnehin im Rampenlicht steht: Zum 21. September kehrt Nokia in den Euro Stoxx 50 zurück und ersetzt dort Volkswagen.

Nach eigenen Angaben konzentriert sich der Standort in Riad auf mehrere Kernthemen: Service-Management und Orchestrierung, selbstorganisierende Netzwerke, die Autopilot-Technologie sowie sogenannte rApps. Ziel sind autonomere und energieeffizientere Kommunikationsnetze. Nokia positioniert das Zentrum damit als Teil seiner globalen Strategie, KI-Funktionen tiefer in die Netzwerkinfrastruktur seiner Kunden zu integrieren.

Index-Rückkehr überstrahlt operative Nachrichten

Für die Kursreaktion dürfte die Riad-Ankündigung aber eher Nebensache bleiben. Deutlich stärker wirkt die Nachricht, dass Nokia zum Handelsstart am 21. September in den Euro Stoxx 50 aufgenommen wird.

Reuters berichtete, dass dieser Wechsel im Rahmen der jährlichen Indexüberprüfung erfolgt und Volkswagen im Gegenzug aus dem Leitindex fällt – die Volkswagen-Aktie geriet auf die Meldung hin unter Druck. Bloomberg bestätigte den Termin für den Indexwechsel. Reuters berichtete zudem, dass Nokia-ADRs nachbörslich auf die Ankündigung reagierten.

Die Aufnahme in den prestigeträchtigen Index dürfte in den kommenden Wochen für zusätzliche Nachfrage sorgen, da entsprechende Indexfonds ihre Portfolios anpassen müssen. Anleger, die auf Nokia setzen, blicken deshalb genauso auf den 21. September wie auf operative Fortschritte des Konzerns.

Kurs zeigt Konsolidierung nach starkem Lauf

Am Kapitalmarkt hat sich die Nokia-Aktie zuletzt etwas beruhigt. Zum Schluss am Freitag stand das Papier bei 8,71 Euro, nach einem Tagesplus von 3,4 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Anstieg nicht geradlinig verlief. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 56 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar um 122 Prozent.

Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen der Aktie derzeit 42 Prozent. Das zeigt: Trotz des starken Laufs der vergangenen Monate ist Nokia von seinen Höchstständen noch ein gutes Stück entfernt. Die Volatilität bleibt mit 57 Prozent auf Jahresbasis hoch, was die Schwankungsbreite der jüngsten Kursbewegungen erklärt.

Eine aktuelle Analystenmeinung zu Nokia mit frischem Aktionsdatum lag zuletzt nicht vor. Für Anleger bleibt damit vor allem der Blick auf den 21. September relevant – jenen Tag, an dem die Indexaufnahme technisch wirksam wird und potenziell neue Kapitalzuflüsse auslösen könnte.