Nokia bewegt sich auf mehreren Feldern gleichzeitig. Der finnische Netzwerkausrüster steigt als strategischer Investor bei ICEYE ein, refinanziert seine Schulden und verteilt Aktien an Mitarbeiter — alles an einem einzigen Tag.
Milliarden-Runde für Satellitenintelligenz
Nokia hat sich an der Series-F-Finanzierungsrunde von ICEYE beteiligt. Das finnische Satelliten-Unternehmen sammelte dabei insgesamt mehr als eine Milliarde Euro ein. Davon flossen 450 Millionen Euro als frisches Kapital, angeführt von General Atlantic. Die Bewertung von ICEYE klettert damit auf über zehn Milliarden Euro.
ICEYE betreibt eine Konstellation von SAR-Satelliten — Radar-Systeme, die unabhängig von Wetterbedingungen hochauflösende Bilder liefern. Das Unternehmen erzielte 2025 Umsätze von mehr als 250 Millionen Euro und hält einen Auftragsbestand von über 1,5 Milliarden Euro.
Für Nokia ist das Investment strategisch: Der Konzern baut sein Geschäft mit KI-integrierter und sicherheitskritischer Infrastruktur aus. Satellitengestützte Aufklärung und souveräne Netzwerklösungen passen in dieses Bild.
Schulden verlängert, Aktien verteilt
Parallel dazu hat Nokia seine Bilanz optimiert. Das Unternehmen emittiert Senior Notes über 500 Millionen Euro mit Fälligkeit 2032 und einem Kupon von 3,625 Prozent. Das Ziel: einen bestehenden Bond über 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2028 ablösen, der noch 3,125 Prozent kostet. Nokia verlängert damit seine Laufzeitstruktur — und schafft finanziellen Spielraum für große 5G- und KI-Projekte, etwa in Indonesien.
Hinzu kommt eine Routinemaßnahme: Nokia übertrug rund 217.000 eigene Aktien unentgeltlich an Teilnehmer seiner Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Der Beschluss dafür stammt aus dem Oktober 2025. Nach der Übertragung hält Nokia noch rund 132 Millionen eigene Aktien.
Starkes Jahr, scharfe Korrektur
Der Kurs erzählt eine Geschichte mit zwei Kapiteln. Seit Jahresbeginn hat die Nokia-Aktie um mehr als 114 Prozent zugelegt — getrieben von der Fantasie rund um KI-Netzwerke und spezialisierte Hardware. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verlor die Aktie jedoch fast 17 Prozent und schloss zuletzt bei 11,94 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erst am 3. Juni erreicht, liegt bereits 20 Prozent entfernt.
Der RSI von 47 signalisiert neutrales Terrain — weder überkauft noch überverkauft. Am 23. Juli legt Nokia die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob das operative Geschäft mit dem Kursanstieg der ersten Jahreshälfte Schritt halten kann.
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