Nach einem brutalen Kursrutsch zum Wochenausklang schafft Nokia Fakten auf der Bilanzseite. Der finnische Netzwerkausrüster platziert eine neue Anleihe über eine halbe Milliarde Euro. Damit sichert sich der Konzern frühzeitig die Refinanzierung bestehender Schulden.
Frisches Geld bis 2032
Das neue Papier läuft bis zum 5. Juni 2032. Investoren erhalten einen festen jährlichen Zinskupon von 3,625 Prozent. Nokia nutzt die Einnahmen hauptsächlich für allgemeine Firmenzwecke.
Parallel dazu löst das Management eine ältere Anleihe ab. Diese läuft eigentlich erst im Mai 2028 aus.
Privatkunden bleiben bei diesem Deal außen vor. Die Papiere an der Börse in Dublin richten sich ausschließlich an professionelle Marktteilnehmer. Für Aktionäre ist der Schritt dennoch relevant. Er verschiebt Fälligkeiten weit in die Zukunft und entlastet die Kapitalstruktur.
Harte Korrektur nach Rekordjagd
An der Börse sorgte die Aktie zuletzt für reichlich Nervosität. Am Freitag brach der Kurs um gut zwölf Prozent auf 12,48 Euro ein. Dieser Rücksetzer markiert eine spürbare Abkühlung. Zuvor hatte der Titel Anfang Juni ein neues Jahreshoch erreicht.
Trotz des jüngsten Ausverkaufs bleibt die mittelfristige Bilanz stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 124 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert weiterhin knapp 20 Prozent über der wichtigen 50-Tage-Linie. Die technische Ausgangslage bleibt also robust.
KI-Fantasie treibt das Geschäft
Die Umschuldung passiert aus einer Position der Stärke heraus. Im ersten Quartal erwirtschaftete Nokia einen freien Cashflow von 600 Millionen Euro. Die Nettoliquidität lag zuletzt bei komfortablen 3,8 Milliarden Euro. Liquiditätsengpässe sehen anders aus.
Operativ profitiert der Ausrüster massiv vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden sprang im Auftaktquartal um 49 Prozent nach oben. Auch das Geschäft mit optischen Netzwerken wuchs kräftig. Das Management rechnet hier für das Gesamtjahr mit weiteren Zuwächsen.
Die Jahresziele für 2026 bleiben unverändert gültig. Der Vorstand peilt weiterhin einen operativen Gewinn von bis zu 2,5 Milliarden Euro an. Am 23. Juli veröffentlicht Nokia die Zahlen für das zweite Quartal. Hält der Auftragseingang bei optischen Netzwerken an, stützt dies die hohe Bewertung.
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