Nokia hat einen bedeutenden Auftrag vom belgischen Telekomkonzern Proximus an Land gezogen. Der finnische Netzwerkausrüster wird das gesamte Online-Charging-System und das Sprachkernnetz des Betreibers modernisieren – ein Deal, der Nokia gegen einen namhaften Wettbewerber durchsetzte.
Die Dimension des Auftrags ist beachtlich: Proximus migriert seine komplette Kundenbasis aus Festnetz und Mobilfunk sowie über 1.000 Produkte auf Nokias cloud-native Lösung „Converged Charging“. Das bisherige Charging-System eines Konkurrenten wird vollständig ersetzt. Zusätzlich implementiert der belgische Konzern Nokias Voice Core, Subscriber Data Management und Policy-Lösungen.
Kampfansage an Huawei und ZTE?
Der Zeitpunkt des Deals könnte kaum passender sein. Die EU-Kommission präsentierte am 20. Januar 2026 einen Gesetzesvorschlag, der ihr künftig ermöglichen soll, umstrittene Netzwerkausrüster wie Huawei und ZTE aus europäischen Netzen zu verbannen. Der neue Mechanismus würde es Brüssel erlauben, Hersteller auf eine Verbotsliste zu setzen – betroffene Technik müsste dann binnen drei Jahren aus der kritischen Infrastruktur entfernt werden.
Für europäische Anbieter wie Nokia öffnet sich damit ein gewaltiges Marktfenster. Seit der Einführung von 4G bildeten Huawei und ZTE das Rückgrat deutscher Mobilfunknetze. Die chinesischen Konzerne punkteten mit moderner Technologie zu Kampfpreisen, mit denen Ericsson oder Nokia kaum mithalten konnten.
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Deutschland einigte sich bereits im Sommer 2024 auf einen Ausstieg: Bis Ende 2026 müssen Huawei und ZTE aus 5G-Kernnetzen verschwinden, auf Funkmasten gilt eine Frist bis Ende 2029. Doch die EU-Kommission kritisiert, dass zu wenige Mitgliedsstaaten die beiden Hersteller konsequent ausschließen. Spanien etwa schloss 2025 noch einen millionenschweren Vertrag mit Huawei ab.
Cloud-Offensive mit Red Hat OpenShift
Proximus setzt bei der Modernisierung auf Nokias cloud-native Architektur, die auf Red Hat OpenShift basiert – der führenden Hybrid-Cloud-Plattform der Branche. Laurent Claus, Core & Communication Solutions Lead bei Proximus, betonte die langjährige Partnerschaft mit Nokia und hob dessen Expertise bei sicheren Migrationen hervor.
Die neuen Systeme sollen höhere Automatisierung ermöglichen und Proximus den Weg zu autonomeren Netzen ebnen. Gleichzeitig will der belgische Konzern neue 5G-Monetarisierungsdienste starten und Erlösströme aus IoT, Gaming, Content und Werbung erschließen.
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Kal De, zuständiger SVP bei Nokia, sieht in cloud-nativen Lösungen die Zukunft: „Sie bieten die Modularität, Automatisierung und Intelligenz, die notwendig sind, um Netze zunehmend selbstverwaltend, selbstoptimierend und selbstheilend zu machen.“
Doppelschlag für Nokia
Der Proximus-Auftrag ist für Nokia ein strategischer Erfolg auf zwei Ebenen: Erstens verdrängt das Unternehmen einen direkten Wettbewerber aus einem lukrativen Bestandskundenverhältnis. Zweitens positioniert sich Nokia als bevorzugter Partner in einem Marktumfeld, das sich durch die drohenden EU-Verbote fundamental neu ordnen könnte.
Sollte die EU-Kommission ihre Pläne umsetzen – und Europaparlament sowie Mitgliedsstaaten müssen sich noch damit befassen – stehen Ersatzinvestitionen in Milliardenhöhe an. Huawei ist zudem Weltmarktführer bei Wechselrichtern für Solaranlagen, ZTE in zahlreichen Bereichen kritischer Infrastruktur präsent. Ein flächendeckender Austausch würde europäischen Anbietern wie Nokia jahrelange Auftragssicherheit verschaffen.
Die Proximus-Ankündigung vom 20. Januar 2026 zeigt: Nokia steht bereit, diese Chance zu nutzen.
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